Mit dem Essen rumschmieren

Es ist zum aus der Haut fahren. Meine Dreijährige mantscht mit ihren Fingern in jedem Essen rum und schmiert sich das Essen an den Kopf, ins Haar, an die Wände. Sie ist dabei blitzschnell. Hat da jemand Erfahrung? Ich finde es extrem mühsam!

Ja das kenne ich, mein Sohn

Ja das kenne ich, mein Sohn ist mittlerweile 5 Jahre alt und macht es zum Glück nicht mehr... Es besteht also Hoffnung dass es nur eine Phase ist ;)
Gruss Simone

Mit dem Essen rumschmieren

Liebe Frau Alder
Das ist wirklich mühsam, weil sie dann das Kind und die Wohnung immer putzen müssen! Erklären Sie ihrer Tochter, dass sie gut verstehen, dass ihr das Schmieren Spass macht. Das Unschöne dabei sei, dass es für Sie nicht lustig sei,alles putzen zu müssen. Sie möchten mit ihr eine Lösung finden, die für beide lustig sei. Es gibt Künstler, die mit Essen arbeiten, z.B. Dieter Roth. Sie können ihrer Tochter ja vorschlagen, dass sie nach dem Essen ein Bild mit Tomatensauce malen darf. Sicher wäre auch Zucker, Mehl, Kakaopulver etc. gut zu gebrauchen. Wenn Ihnen das gegen den Strich geht, kaufen sie Fingerfarben, damit kann man auch schmieren, aber auf Papier.

Mit dem Essen rumschmieren

Guten Tag Frau Geiger
Ich hab das meiner Tochter erklärt, biete ihr alles Mögliche an, um Ihre Krativität nicht zu bremsen. Und trotzdem, sie schmiert weiterhin genussvoll und mit unschuldigen Augen mit dem Essen rum. Hält mich dabei genau im Auge. Mih macht das rasend vor Wut und ich schrei sie dann auch wirklich heftig an. Was mir dann später auch wieder leid tut. Was könnte ich denn noch tun? ich möchte nicht warten, bis sich das auswächst... Danke!

Mit dem Essen rumschmieren

Liebe Frau Sutter

Wenn Sie genussvoll vor Ihren Augen schmiert, betont unschuldig schaut und genau auf ihre Reaktion achtet, muss man sich fragen, was ihre Tochter damit erreichen will. Aus den wenigen Informationen, die ich bis jetzt habe, kann ich keine Ursache vermuten. Gibt es noch andere Verhalten, die sie merkwürdig finden? Oder auch Situationen, in denen sie nicht begreifen, was die Tochter will? Solche Beobachtungen könnten uns weiterhelfen, zu verstehen, was sie bezweckt.
Es ist ganz klar, eine Dreijährige ist fähig, sich zu beherrschen und beim Essen nicht zu schmieren. Ich würde ihr vor dem Essen erklären, dass Sie von ihr erwarten, dass sie normal isst. Falls sie wieder schmiere, würden Sie ihr das Essen wegnehmen. Wenn sie schmiert, nehmen Sie ihr das Essen ganz ruhig und kommentarlos weg. Wenn sie schreit und protestiert, sagen sie, das sei einfach so, man schmiere nicht beim Essen und sie wüssten, dass sie es richtig könne. Sie solle es eben einfach richtig machen, dann kriege sie auch normal zu essen.
Wichtig ist, dass sie sich nicht aufregen, ganz ruhig bleiben, aber konsequent sind. Vielleicht wird es dann einige Tage etwas unbequem, es ist ein Machtkampf. Strahlen sie ihre Tochter an, wenn sie es richtig macht und loben Sie sie.
Lesen Sie dazu auch folgenden Artikel:
Beobachten Sie aufmerksam andere Situationen und berichten Sie mir davon.

Elisabeth Geiger

mit dem Essen rumschmieren

Guten Tag Frau Geiger
Ichnahm mir etwas Zeit. Die Situation ist dieselbe. Schlimmer, wenn wir zu zweit essen, gar nicht, wenn mein Mann auch dabei ist. Ganz spektakulär, wenn wir auf Besuch sind - dort insziniert sie ein richtiges Showdown. Was wirklich äusserst peinlich ist und uns auch abhält, bei anderen auf Besuch zu gehen.
Ich nahm ihr - relativ ruhig - das Essen weg, erklärte,... Sie schmiert, verlässt gelassen den Tisch und hungert.
Tja, meine Unsicherheit wächst!
Wie weiter? Danke für den Austausch.
Susi Sutter

Mit dem Essen rumschmieren

Liebe Frau Sutter

Wenn ihre Tochter nicht schmiert, wenn ihr Mann beim Essen dabei ist, ist es eine Sache zwischen Ihnen und ihrer Tochter. Als ich Ihnen vorschlug, sie sollten gemeinsam mit der Tochter schmieren und zeichnen, mit Fingerfarben oder auch mit Lebensmittel, erwartete ich, dass sie beide Spass daran hätten und die Tochter das Verbot beim Essen dadurch akzeptieren würde. Ich dachte, Sie könnten ihr sagen, wir probieren jetzt die Lebensmittel aus, ob man sie zum Malen brauchen könne, den Küchentisch mit einem grossen Papier bedecken und alles ausprobieren. Ich denke, das haben sie nicht so gemacht. Was haben Sie mit ihr gemacht?
Schmieren Sie selbst nicht gerne? Sind Sie eine besonders Reinliche? Wenn ja, könnte es sein, dass ihre Tochter ihnen das übel nimmt?
Wenn die Tochter auf ihre Strenge nicht reagiert und sie so genau beobachtet, wie sie reagieren und sie vor allen Leuten blamiert, kriegt man ja schon den Eindruck, sie wolle sie ärgern. Aber weshalb? Gibt es wegen der Reinlichkeit im Alltag Differenzen zwischen Ihnen beiden?

Mit dem Essen rumschmieren

Liebe Frau Geiger

Ja, tatsächlich, das Schmieren unterliess ich wirklich. Ich finde es EKLIG! Schon beim Schreiben und wenn ich mir vorstelle, ich muss mit meinen Händen in Fingerfarbe rein, erschaudert mich das und ich finde es einfach nur "grusig"! All das Basteln, Kleisteren und Sandeln mache ich gar nicht gerne.
Ob ich besonders reinlich bin - hmm? Schon, ich mag's ordentlich. Und da haben meine Tochter und ich schon immer wieder Differenzen. Und, auch klar, ich, denn mein Mann ist ja nicht zu hause und auch gar nicht zuständig für die Ordnung zu hause. Ihm ist das egal... Mir nicht!
An was sehe ich, dass mir das meine Tochter übel nimmt?
Wir haben's auch friedlich, nur beim Essen ist es wirklich schlimm!

liebe Grüsse
Susi Sutter

MIt dem Essen rumschmieren

Liebe Frau Sutter

Dass ihre Tochter Ihnen etwas im Zusammenhang mit "Schmieren" übel nimmt, sieht man daran, dass sie Sie zur Weissglut bringt damit. Sie haben es ja sonst friedlich. Man kann es nur friedlich haben, wenn man aufeinander hört. Offenbar hört ihre Tochter sonst auf sie, nur beim Schmieren nicht.
Das Schmieren ist eine Lust, die Kinder machen es gerne. Zum Ärgernis der Eltern machen sie es oft auch mit dem Kot. Die Kinder finden das nicht grusig, wir schon. Deswegen bieten wir Ersatz: Lehm, Plastilin, Fingerfarben, Farbstifte, Neocolor etc. Maler machen aus dieser Lust einen Beruf. Jackson Pollock wurde weltberühmt mit seinen ausgeleerten Farben!
Ihre Tochter spürt, dass Sie diese Lust ablehnen. Das Kind interpretiert das so, sie wollen ihm die Lust verbieten. Das nehmen Kinder immer übel, sie wollen sich keine Lust verbieten lassen.
Dass Sie persönlich das so eklig finden, hat sicher eine Geschichte. Bei ihnen hat eine Reaktionsbildung stattgefunden: etwas, das man früher lustvoll fand, wird heute heftig abgelehnt. Vielleicht fällt ihnen ein, wann und bei welcher Gelegenheit diese Wandlung stattgefunden hat.
Wenn Sie mit Fingerfarben malen eklig finden, müssen Sie es auch nicht machen. Könnten Sie sich vorstellen, dass Sie ihrer Tochter Fingerfarben geben mit einem grossen Blatt Papier und dabei sitzen, wenn sie damit malt? Sie können ihr ja erklären, dass Sie selbst das nicht gerne machen, dass aber sähen, dass die Tochter es sehr gerne macht. Bewundern sie das entstehende Werk und freuen sie sich an der Freude ihrer Tochter. Wenn Sie ihr das Schmieren erlauben und wohlgefällig zusehen, sollte sich die Situation beim Essen entspannen.

Liebe Grüsse
Elisabeth Geiger

Mit dem Essen rumschmieren

hallo Frau Geiger
Die Fingerfarben sind gekauft, Papier auch. Ausprobiert habe ich es nch nicht. Ich finde, wenn ich ehrlich bin, tausend Ausreden, es nicht zu machen.
Das Geschmier am Tisch ist etwas weniger geworden, aber wohl einfach, weil ich so heftig schimpfe und meine Tochter etwas Angst bekommen hat.
Ich habe keine Erinnerung, dass ich je gerne schmierte. Meine Mutter war schon darauf bedacht, dass ich immer sauber und reinlich war. Ich habe viel mit Farbstiften gezeichnet und auch schon früh schön gezeichnet. Auch das macht meine Tochter nicht. Sie kaffelt und zerreisst ihre Zeichnungen auch oft. Was ich äusserst schade finde.
Wie soll ich mich überwinden? Bringt es etwas, wenn ich das meinem Mann delegiere??
Liebe Grüsse, eine etwas ratlose Susi

Mit dem Essen rumschmieren

Liebe Frau Sutter

Das ist eine gute Idee, diese Aufgabe ihrem Mann zu delegieren! Sie können es erklären, sie hätten es gar nicht mit dem Schmieren, aber andern gefalle das und das sei in Ordnung. Sie hätten jetzt für die beiden die Fingerfarben gekauft und seien gespannt, was sie damit anfangen werden. Wenn Sie einen liebevollen Blick darauf haben, sollte etwas Vergnügliches daraus entstehen und die Tochter sich wieder mit Ihnen versöhnen: weil Sie die Lust erlauben.

Mit lieben Grüssen
Elisabeth Geiger

Mit dem Essen rumschmieren

Meine Tocher und mein Mann haben richtig gekleckert!! (Igitegitt) Ich habe mich aufs Fotographieren beschränkt. Das war gut. Dabeizubleiben war gut. Und, die Bilder sind auch gut - sie halten etwas Unbeschwertes fest, was selten so zum Ausdruck kommt.
Das Schmieren mit dem Essen hat sich aufgelöst, es ist nicht mehr interessant für meine Tochter.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung! Liebe Grüsse
Susi

Mit dem Essen rumschmieren

Liebe Frau Sutter

Das freut mich sehr, dass sich das Drama in Minne aufgelöst hat. Die Idee, dass sie fotografieren, finde ich ganz toll. So wird die kleine Künstlerin gewürdigt und das Unbeschwerte festgehalten.

Mit lieben Grüssen
Elisabeth Geiger

Wir hatten auch eine Zeitlang

Wir hatten auch eine Zeitlang Probleme mit dem Essen. Meine Tochter wollte nichts essen, so dass ich durch das ganze Haus mit dem Löffel in der Hand hinter ihr herlaufen musste.
Sie konnte einfach nicht still sitzen. Ich muss aber zugeben, dass ich selbst auch einen Fehler gemacht habe, denn ich wollte keinen Hochstuhl kaufen, da ich überzeugt war, dass es unnötig ist.
Am Ende habe ich es aber auch eingesehen, dass der Hochstuhl die beste und einzige Lösung war, nur so konnte sie still sitzen und essen.
Grüße

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