Essen und Kochen

Das weisse Gold

Milchersatzprodukte und ihre Herstellung

Finden Sie sich im Milch-Dschungel zurecht?
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Heute können Sie zahlreiche Alternativen zur Kuhmilch erwerben. Doch was genau steckt hinter den verschiedenen Milch-Ersatzprodukten? Und wie werden diese hergestellt? Diese Fragen möchten wir Ihnen heute beantworten.

 

Kuhmilch

Für Sie als Hintergrund-Information: Ein Deziliter Vollmilch enthält im Durchschnitt 4.1g Fett, 4.6g Kohlenhydrate, 3.2g Eiweiss und 120mg Calcium. Bei einer Drink-Milch ist der Fettgehalt reduziert auf 1.5-2.5g pro Deziliter.

 

Sojadrink

Dies ist die wohl älteste Alternative zu Kuhmilch: In China wurde bereits vor 2000 Jahren Sojadrink produziert. Hergestellt wird er aus Sojabohnen. Dazu werden ganze Sojabohnen in Wasser eingelegt und darin ausgedrückt. Die milchige Masse wird gefiltert und homogenisiert. Danach wird die entstandene Flüssigkeit erhitzt, um eine längere Haltbarkeit zu erreichen.

Verglichen zur Kuhmilch enthält Sojadrink mit 13mg pro Deziliter deutlich weniger Kalzium. Kalzium wird daher in vielen Sojadrinks künstlich zugesetzt. Der Kohlenhydrat- und Fettgehalt liegen mit 2.6g respektive 2.1g pro Deziliter bei Sojadrink tiefer als bei der Kuhmilch. Der Eiweissgehalt ist mit 3.8g pro Deziliter etwas höher.

 

Haferdrink

Diese Milch-Alternative wird aus Saat-Hafer hergestellt. Die Herstellung von Hafergetränken wurde 1990 in Schweden erfunden. Dazu werden die Haferkörner von ihrer Hülle getrennt und in Wasser eingelegt. Danach werden sie im Wasser gemahlen. Die festen Bestandteile werden aus der Flüssigkeit herausgefiltert. Durch die Zugabe von Pflanzenöl wird eine weissliche Farbe erreicht. Der Haferdrink wird schliesslich homogenisiert und erhitzt, was der Haltbarkeit dient.

Haferdrink enthält mit 6.6g pro Deziliter mehr Kohlenhydrate als Kuhmilch. Eiweisse und Fette sind mit 0.7g respektive 1.4g pro Deziliter weniger enthalten. Kalzium wird häufig künstlich zugesetzt, da natürlich kein Kalzium in Haferdrink vorkommt.

 

Mandeldrink

Die Mandelmilch war bereits im Mittelalter bekannt und verbreitet. Für die Herstellung werden Mandeln gemahlen und angeröstet. Das geröstete Mandelmehl wird mit heissem Wasser übergossen. Danach wird der Sud einige Stunden stehen gelassen. Schliesslich werden feste Bestandteile herausgefiltert. Je nach Hersteller wird der Mandeldrink gesüsst oder gewürzt. In einem letzten Schritt wird er erhitzt und homogenisiert.

Der Fettgehalt von Mandeldrink ist mit 3.2g pro Deziliter etwas tiefer als bei Kuhmilch. Kohlenhydrate sowie Eiweisse sind mit 2.3g und 1.1g pro Deziliter weniger enthalten. Mandeldrink wird häufig mit Kalzium angereichert, da er natürlicherweise kaum Kalzium enthält.

 

Reisdrink

Wie der Name es verrät, wird dieses Lebensmittel aus Reis hergestellt. Gemahlener Vollkornreis wird in Wasser gekocht und vermaischt. Die entstandene, schleimige Masse wird fermentiert und gefiltert. Nun wird Pflanzenöl beigemengt und die Flüssigkeit emulgiert. Je nach Hersteller werden Gewürze, Aromen und Verdickungsmittel beigemengt.

Verglichen mit einem Deziliter Kuhmilch enthält Reisdrink mit 9.7g etwa doppelt so viele Kohlenhydrate. Fett- und Eiweissgehalt sind mit 1.1g respektive 0.4g pro Deziliter wesentlich geringer als bei Kuhmilch. Da Reisdrink natürlicherweise kein Kalzium enthält, wird dieser häufig künstlich zugesetzt.

 

Kokosdrink

Um Kokosdrink herzustellen, wird das weisse Fruchtfleisch der Kokosnuss in Wasser püriert. Danach wird die Mischung mehrmals durch ein Tuch gepresst. Vor jedem Auspressen wird erneut kochendes Wasser zur Mischung hinzugegeben. Zu guter Letzt wird der Kokosdrink ultrahocherhitzt.

Kokosmilch hat natürlicherweise einen sehr hohen Fettgehalt. Um eine leichtere Milch zu erhalten, wird daher vielerorts Kokosdrink oder Kokoswasser angeboten. In Kokosdrink sind lediglich 0.5g Fett pro Deziliter enthalten. Der Kohlenhydrat- und Eiweissgehalt ist mit 1.3g respektive 1.7g pro Deziliter knapp halb so hoch wie bei Kuhmilch. Kalzium ist nicht enthalten, weshalb dieses meist künstlich hinzugefügt wird.

 

Nun wissen Sie Bescheid, was hinter den vielen «Milchen» steckt. Probieren Sie die eine oder andere Milch-Alternative aus!

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