Gesundheit

Demenz

Vorbeugen durch richtige Ernährung?

Wenn das Vergessen zunimmt
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Unsere Gesellschaft wird älter und Demenz-Erkrankungen nehmen zu. Aus Studien wissen wir, dass bestimmte Ernährungsmuster mit einem verminderten Demenzrisiko verbunden sind. Wie sieht eine solche vorbeugende Ernährung aus?

Mit rund 10 Millionen Demenz-Erkrankten in Europa im Jahr 2010 zählt die Alzheimer-Demenz zu den häufigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter. Es handelt sich dabei um eine chronische Krankheit mit zunehmendem Absterben von Nervenzellen und einer fortschreitenden Verschlechterung der Gedächtnisfunktion. Der Krankheitsverlauf kann durch Medikamente verlangsamt werden, eine Möglichkeit zur Heilung gibt es bisher nicht. Studien zeigen, dass es bereits einige Jahre vor Krankheitsausbruch zu Funktionsstörungen der Nervenzellen kommt. Weiter ist bekannt, dass der reibungslose Ablauf von Informationsübertragungen in Nervenzellen von ungesättigten Fettsäuren sowie von B-Vitaminen abhängig ist. Das lässt erahnen, dass die Ernährung bei dieser Erkrankung eine wichtige Rolle spielen kann.

Besonders die sogenannte Mittelmeerdiät, auch Mediterrane Diät genannt, scheint mit einer Risikoreduktion von Demenz-Erkrankungen verbunden zu sein. Diese Ernährungsform zeichnet sich in einem hohen Anteil an Fisch, Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Getreide und ungesättigten Fettsäuren aus beispielsweise Pflanzenölen, Nüssen oder Fisch aus. Ein moderater Anteil an Alkohol und niedriger Fleisch- sowie Milchprodukteanteil sind weitere Merkmale der Mittelmeerdiät. In einer Beobachtungsstudie wurde bei dieser Ernährungsform ein um ein Drittel reduziertes Demenzrisiko festgestellt. Auch nach Beginn einer Demenz-Erkrankung konnte durch das Einhalten einer Mittelmeerdiät eine geringere Sterblichkeit beobachtet werden. Was macht diese Ernährungsform so besonders? Es sind vor allem die hohen Anteile an B-Vitaminen, Folsäure, Antioxidantien und ungesättigten Fettsäuren, welche bei der Risikoreduktion von Demenz-Erkrankungen eine wichtige Rolle spielen.

Die B-Vitamine sind notwendig für gesunde Nervenzellen und vor allem in tierischen Produkten, Vollkornprodukten, Nüssen und einigen Gemüsen zu finden. Folsäure ist unentbehrlich für Zellwachstum sowie Zellteilung und ebenfalls beteiligt am Nervenzellstoffwechsel. Viel Folsäure ist unter anderem zu finden in weissen Bohnen, dunkelgrünem Gemüse oder Kartoffeln. Zu den wichtigsten Antioxidantien gehören Vitamin E, zu finden in Pflanzenölen und Nüssen, sowie das in Obst und Gemüse vorkommende Vitamin C. Die ungesättigten Fettsäuren wie beispielsweise Omega-3-Fettsäuren sind erforderlich für eine reibungslose Nerven-und Gehirnleistung.

Durch Supplementationen einer dieser Nährstoffe konnten nur in vereinzelten Studien positive Effekte gezeigt werden. Es scheint vielmehr die ausgewogene Kombination dieser Nahrungsbestandteile, wie es etwa in der Mittelmeerdiät der Fall ist, die das Risiko einer Demenzerkrankung senken kann. Viele Studien deuten darauf hin, dass ein solches Ernährungsmuster vor allem vorbeugend und in sehr frühen Krankheitsstadien einen positiven Einfluss auf die Gedächtnisleistung besitzt.

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