Ernährung

Demeter – eine Biodynamische Wirtschaftsweise

Was steckt dahinter?

Nachhaltiger Genuss
Kategorie:
Autor:
Natalie Zumbrunn

In der griechischen Mythologie ist Demeter eine dreifache Muttergöttin und zuständig für die Fruchtbarkeit der Erde, des Getreides, der Saat und der Jahreszeiten. Heute ist Demeter ein geschütztes Markenzeichen mit über 3‘500 Lebensmitteln, Kosmetika und Modeartikel, die vorwiegend in Bioläden und Reformhäusern verkauft werden. Welche Idee steckt dahinter?

Von Antipasti über die Babynahrung, vom Wein bis zum Zwieback, von der Demeter-Baumwolle bis zu Kosmetika spannt sich der Sortimentsbogen. Als internationale Bio-Marke ist Demeter auf allen Kontinenten vertreten. Von Argentinien bis Ungarn wird in rund 50 Ländern von etwa 4‘500 Bauern mit rund 142‘000 Hektar Fläche nach den konsequenten Demeter-Richtlinien anerkannt biologisch-dynamisch gewirtschaftet. Der weltweite Umsatz mit Demeter-Produkten wird auf rund 220 Millionen Euro geschätzt.

Die Idee von Demeter geht auf Impulse von Rudolf Steiner zurück und wird inzwischen als die nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung angesehen. Demeter Betriebe arbeiten biologisch-dynamisch, das heisst sie arbeiten auf der Grundlage anthroposophischer und wissenschaftlicher Erkenntnisse. Demeter-Bauern nutzen die Energien der Natur zur Bodenverbesserung und Qualitätssteigerung. So etwa die wechselnden Stellungen von Sonne, Mond und Planeten oder natürliche Präparate aus Mist, Heilpflanzen und Mineralien in homöopathischer Dosierung. Dadurch wird die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig gefördert und laut Vertretern das charakteristische Aroma der Lebensmittel voll entwickelt.Das Heranwachsen der Aussaat erfolgt entsprechend dem biologischen Rhythmus der jeweiligen Pflanze. Verschiedene Forschungsergebnisse zeigen, dass die Böden leben und von Jahr zu Jahr fruchtbarer werden.

Der Qualitätsanspruch von Demeter begleitet die Produkte vom Feld bis auf den Tisch. Klare Richtlinien sorgen dafür, dass vom Anbau über die Tierhaltung- und Fütterung die Vorstellungen von Demeter eingehalten werden. Mikrowellenbehandlung und Bestrahlung zur Haltbarmachung werden Sie im Verarbeitungsprozess vergeblich suchen. Flugimporte sind nur in Ausnahmefällen möglich und die Produkte haben nur zu ihrer jeweiligen Jahreszeit Saison. Demeter-Kühe tragen ihre Hörner, Legehennen geniessen ihren Auslauf in exakt vorgegebener Auslauffläche und Futter kommt nur in Bio-Qualität in Frage. Demeter setzt auf Qualität statt Quantität, artgerechte Tierhaltung, natürlichen Kompost statt Kunstdünger und verzichtet auf Tierhormone, chemisch-synthetische Pflanzen- und Insektenschutzmittel sowie Zusätze bei der Verarbeitung wie beispielsweise Konservierungsstoffe.

Als Verbraucher wollen wir es ganz genau wissen: Wie unterscheiden sich Produkte mit dem staatlichen Bio-Siegel von Demeter Lebensmitteln?

Demeter-Bauern und -Hersteller leisten mit der Biodynamischen Wirtschaftsweise erheblich mehr als die Bio-Verordnung vorschreibt. Wesentliche Pluspunkte sind:

  • Gesamtbetriebsumstellung nach Demeter-Richtlinien
  • Obligatorische Tierhaltung mit Vorgaben zur Grösse und Gestaltung von Stall und Auslauf
  • 100 Prozent Bio-Futter
  • Mindestens 80 Prozent der Futterration für die Wiederkäuer und mindestens 50 Prozent des gesamten Tierfutters in Demeter-Qualität
  • Mindestens 50 Prozent des Futters vom eigenen Hof
  • Verzicht auf das schmerzhafte Enthornen der Kühe
  • Einsatz biologisch-dynamischer Präparate aus Kräutern, Mineralien und Kuhmist
  • Nur 13 absolut notwendige Zusatzstoffe sind in der Verarbeitung erlaubt, die EU-Bio-Verordnung erlaubt noch 47 umstrittene Zusatzstoffe, die bei Demeter tabu sind
  • Jodierung, Nitritpökelsalz und so genannte natürliche Aromen sind verboten, ausschließlich Aromaextrakte sind zugelassen

Demeter ist überzeugt: Die Produkte bringen mehr Nachhaltigkeit, mehr Geschmack und mehr Genuss. Lassen Sie sich selbst davon überzeugen.

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