Freizeit

Der Jakobsweg

Auch in der Schweiz eine Pilgerreise wert

Wandern auf historischen Pfaden
Kategorie:
Autor:
Natalie Zumbrunn

Der Jakobsweg ist ein Wegsystem, also mehrere Wege, die von Norden durch ganz Europa, nach Spanien führen. Seinen Namen erhielt er vom Apostel Jakobus. Der Legende nach war er in Spanien als Missionar unterwegs. In Jerusalem erlitt er einen gewaltsamen Tod. Seine Gebeine wurden über das Mittelmeer nach Galicien gebracht und in Santiago de Compostela (dem Endziel des Jakobsweges) begraben. Die Wege, die zu seinem Grab führen, erhielten den Namen Jakobsweg.
Neben Rom und Jerusalem war Santiago eines der grössten christlichen Pilgerziele im Mittelalter.
Der Jakobsweg wird aber auch Sternenweg oder Milchstrasse genannt.

Pilgern war und ist auch heute noch ein Mittel vieler suchender und begeisterter Menschen, die einen Wandel in sich oder in ihrem Leben suchen.
In den letzten 30 Jahren hat das Pilgern auf dem Jakobsweg einen Aufschwung erlebt. Was wahrscheinlich an seiner Bekanntheit liegt. Der Jakobsweg wurde 1987 vom Europarat zum ersten europäischen Kulturweg ernannt. Im Jahr 1993 wurde der Caminfrancés in Spanien in die Liste der Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen. Und zu guter Letzt, wurde der Jakobsweg immer wieder durch diverse Berichte von Pilgern, in ihren Bücher und Vorträgen genannt.

Der Jakobsweg wird mit dem menschlichen Lebensweg verglichen: „werden-sein-vergehen“. Der Weg führt von Osten nach Westen.

  • Im Osten geht die Sonne auf. Dieser Sonnenaufgang wird mit der Geburt – dem Beginn des Lebens oder einer Neugeburt verglichen.
  • Dagegen geht im Westen die Sonne unter. Ein Symbol für das Vergehen, das Sterben und den Tod.

 

Auch durch die Schweiz führt der Jakobsweg auf verschiedenen Pfaden nach Genf. Die Distanz von der Schweiz aus bis Santiago beträgt 2350km. Die Durchschnittliche Pilgerzeit beträgt drei Monate, bei einem durchschnittlichen Tempo von 25km pro Tag. Dabei ist die Heimreise aber noch nicht mit eingerechnet.

Aber es muss ja nicht der ganze Weg gelaufen werden! Die Wege sind in Etappen aufgeteilt, die Sie während eines verlängerte Wochenendes oder einer Ferienwoche bewandern können.
Die Wege führen Sie durch ruhige Quartierstrassen, Gassen, kleine und grosse Städte, vorbei an prunkvollen Kathedralen und Kirchen, historischen Sehenswürdigkeiten und mitten durch die Natur. Es gibt Wege, die durch gerade Landschaften, oder durch bergiges Gelände führen. Je nach Ihren Wandervorlieben, können Sie sich Ihren Pilgerwegabschnitt aussuchen.

 

Beachten Sie, dass wenn Sie das Pilgerfieber packt, dass Sie sich rechtzeitig einen Pilgerpass besorgen. Dieser Pass hat drei Zwecke:

  • Das Sammeln von Pilgerstempeln, so wird festgehalten, wann Sie wo waren. Täglich wird der Pass mit einem Stempel vor Ort versehen.
  • Wenn Sie in Pilgerherbergen übernachten möchten, berechtigt Sie der Pass in allen Ländern um einen Übernachtungsplatz zu fragen. In gewissen Herbergen ist er nötig, um überhaupt Einlass zu erhalten.
  • Wird Santiago erreicht, erhalten Sie gegen Vorweisen des Passes eine Urkunde, die bestätigt, dass Sie den Weg gepilgert sind. Seit 2009 wird verlangt, dass die letzten 100km zu Fuss, oder die letzten 200km mit dem Velo absolviert werden. Dafür werden die Stempel im Pass gesichtet.

 

Frohes Wandern! Ob aus Spass, aus Suche oder einfach nur so.

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