Ernährung

Der Reizdarm

Wenn es keine Verbesserung gibt

Linderung durch eine optimierte Ernährung?
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Wird Nahrung gegessen, „arbeitet“ der Darm. Er zieht sich zusammen und gibt wieder nach, um den Speisebrei zu transportierten. Personen, die von einem Reizdarm-Syndrom betroffen sind, nehmen diese Kontraktionen viel intensiver wahr. Zudem kann die Darmtätigkeit von Krämpfen, Blähungen und Durchfall begleitet werden.

Die Diagnose Reizdarm umfasst chronische, immer wiederkehrende Beschwerden im Darmbereich. Diese treten oft ohne fassbaren Grund auf.
Meist wird die Diagnose Reizdarm gestellt, wenn schon diverse Untersuchungen und Tests durchlaufen wurden. Dem Reizdarm liegt keine organische Ursache zugrunde. Trotz dieses Wissens ist die Ursache für einen Reizdarm bis heute unklar.

Zirka 15-20% der Bevölkerung leiden unter einen Reizdarm. Bei der Hälfte der Betroffenen treten die Beschwerden vor dem 35. Lebensjahr auf, oft beginnen sie schon in der frühen Kindheit.
Oft werden Beschwerden nach dem Konsum von bestimmtenLebensmitteln wie Fett, Hülsenfrüchte, rohes Gemüse, Gewürze, Alkohol, Kaffee und Milchprodukte beschrieben.

 

Mögliche Beschwerden

  • Bauchschmerzen, lassen nach Stuhlgang nach
  • Erhöhte Schmerzempfindlichkeit im Darmbereich
  • Stuhlhäufigkeit vermehrt oder reduziert sich
  • Stuhlkonsistenz verändert sich – Durchfall oder Verstopfung
  • Blähungen
  • Gefühl von unvollständiger Entleerung
  • Plötzlicher Stuhldrang

 

Ein Reizdarm kann für Betroffene sehr einschränkend sein. Oft werden Auslöser gesucht wie Lebensmittel, die nicht vertragen werden, psychische Ursachen oder eine hektische Lebensweise.

 

Was können Sie mit der Ernährung unterstützen?

Eine eigentliche Reizdarm-Ernährung gibt es nicht. Es gilt für jeden Einzelnen die „optimale“ Ernährung zu finden. Dazu ist es hilfreich, wenn SIe ein paar Tage ein Ess-, inklusive Beschwerde-Protokoll zu führen und das mit einer Ernährungsberaterin besprechen.

  • Nahrungsmittel, bzw. deren Verdauung steigert die Darmtätigkeit, was intensiver wahrgenommen wird. Dies kann zu raschem Stuhldrang und Darmentleerung führen. Dies passiert oft, wenn die Mahlzeiten fettreich waren oder sie im Stress gegessen wurden.
  • Lösliche Nahrungsfasern werden im Dickdarm unter Bildung von Gasen abgebaut, was zu Blähungen und Dehnungsschmerzen führen kann. Sie sind in Hülsenfrüchten, Getreide, Kartoffeln, Gemüse und Früchten.
  • Unlöslichen Nahrungsfasern binden Wasser und steigern das Stuhlvolumen. So stimulieren sie den normalen Bewegungsablauf des Dickdarms. Sie finden Sie in Weizen, Roggen, Vollkornreis, Kohlarten, Rüben, Nüssen.
  • Fruktose in Früchten, Honig, Softdrinks, Kaugummis oder Schokolade werden im Dickdarm zu Gas abgebaut und führen so wiederum zu Blähungen und Dehnungsschmerzen. Versuchen Sie hier eine individuelle Toleranzmenge zu erproben.
  • Testen Sie,ob es für Sie verträglicher ist, 3 Hauptmahlzeiten oder 5 kleinere Mahlzeiten pro Tag zu essen. - Bauen Sie Nahrungsfasern in Ihren Speiseplan ein. Das heisst, täglich mindestens eine Portion Gemüse, Salat und Vollkornprodukte.
  • Nehmen Sie zu wenig Nahrungsfasern zu sich? Dann können Sie 2EL Weizenkleie mit mindestens 2dl Flüssigkeit trinken.
  • Meiden Sie Zuckeraustauschstoffe (Zuckeralkohole), diese fördern Blähungen. Dazu gehören: Sorbit (420), Mannit (E421), Isomalt (E 953), Maltit (E965), Maltitol-Sirup (E 965), Lactit (E966), Xylit (E 967), Erythrit (E968).
  • Wenn Sie nach Milchprodukten Beschwerden verspüren und noch keine Abklärung bezüglich Laktoseintoleranz gemacht wurde, holen Sie diese nach.

 

Oft wird beim Reizdarm Stress oder emotionale Belastung vermutet. Aus diesem Grund ist es ratsam, für genügend Entspannung und Ruhe beim Essen und im Alltag zu sorgen.

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