Wirtschaft

Die Entwicklung des Online-Drucks und die Zukunft der Branche

Für den klassischen Druckereibetrieb erscheint der Onlinedruck mittlerweile wie ein regelrechtes Schreckgespenst, ist er doch in nahezu jedem Bereich schneller, effizienter und einfacher zu handhaben. Kein Wunder also, dass viele Unternehmen ihr Portfolio um einen Onlinebereich erweitern..

Der Printbereich erfährt schon seit einiger zeit einen Umbruch - wer weiterhin erfolgreich sein möchte, sollte neue Trends daher nicht ignorieren.
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Autor:
Luzia Ebnöther

..oder sogar gänzlich umsteigen und das klassische Druckgeschäft aufgeben. So überrascht es kaum, dass in den vergangenen Jahren so manche Druckerei schließen musste, während der Onlinedruck immer rentabler wird. Zurückzuführen sind die ersten Onlinedruckereien auf die E-Procurement-Aktivitäten der sogenannten Dot-Com-Unternehmen, welche erstmals auf der DRUPA 2000 auftraten. Hierbei handelte es sich um Kleinunternehmen, welche innovative Softwarepakete entwickelten, um zwischen Druckereien und Kunden zu vermitteln. Zum damaligen Zeitpunkt gelang dies zwar nicht, dennoch sorgten eben jene Vorarbeiten dafür, dass Onlinedruckereien heute so erfolgreich sind und problemlos in den Direktvertrieb einsteigen können.

Völlig unproblematisch ist der Einstieg jedoch nicht, wie ein Blick auf die teils doch komplexen Anforderungen für den Marktzugang zeigen:

  1. Die Anforderungen an die Produktsicherheit – insbesondere den Dateneingang und das Colormanagement – sind hoch
  2. Für die Produktion ist eine ausgereifte und professionelle Logistik notwendig
  3. Wichtig für den Käufer ist ein nutzerfreundliches Bestellsystem, welches bestenfalls intuitiv bedient werden kann. Gerade angesichts der meist sehr großen Produktvielfalt muss die Website außerdem durchdacht und nachvollziehbar aufgebaut sein.
  4. Für drucktechnische Laien sollte nach Möglichkeit ein Call-Center für die Beratung vorhanden sein
  5. Bestellvolumen lassen sich nur schwer steuern, daher sollte die Auslastung der Druckkapazitäten möglichst flexibel steuerbar sein
  6. Effektive Werbemaßnahmen und eine gute Übersicht über die Kosten und die Konkurrenz sind wichtig, zumal das Internetzeitalter eine starke Preistransparenz mit sich brachte

Der Onlinedruck, auch als Internetdruckerei oder „Web-to-Print“ bekannt, gilt als starke Wachstumsbranche, die hauptsächlich auf den Vertrieb durch das Internet setzt. In der Regel bieten die Onlinehändler viele individuelle Druckprodukte und Werbeartikel, die von den Kunden selbst gestaltet werden können. Die Onlinedruckerei nutzt zur Herstellung entweder einen Maschinenpark oder arbeitet mit kooperierenden Partnerdruckereien zusammen. Sowohl Geschäftskunden aus dem B2B-Bereich als auch private Endverbraucher (Business-to-Customer = B2C) gehören zur Kundschaft einer Internetdruckerei – darunter beispielsweise Mediendienstleister, Verlage, Agenturen oder Direktkunden. Diese wiederum arbeiten häufig als Wiederverkäufer und greifen aus unterschiedlichsten Gründen (etwa Kosten oder Qualität) auf eine Onlinedruckerei zurück.

Generell haben Onlinedruckereien demnach einen durchaus beachtlichen Kundenstamm, der ihnen im Gegensatz zur klassischen Druckerei Vorteile einbringt. Den wohl größten Wettbewerbsvorteil birgt dabei sicherlich die Bestellung über das Internet, zumal viele Onlinedruckereien ihre Produkte im sogenannten Bogenoffset herstellen – ein Produktionsverfahren, welches auf Sammelbestellungen setzt und so einen stark kostenreduzierenden Faktor mit sich bringt.

Die Standards als Definition einer Onlinedruckerei

Onlinedruckereien funktionieren im Wesentlichen deshalb so gut, weil sie über feste Standards verfügen, die die Produktion und die Arbeit insgesamt sowohl vereinfachen als auch automatisieren.

  • Kommunikative Standards
    Die Kommunikation erfolgt über die Website und das Callcenter. Sonstige Informationen, beispielsweise zum Versand, werden direkt auf der Homepage bereitgestellt und die Bestellung selbst ist als normaler Web-Shop organisiert, der fast jedem Internetnutzer bekannt sein dürfte. Weiterhin lassen sich auch aktuelle Daten bei Bedarf abrufen, zum Beispiel der momentane Status einer Bestellung.
  • Zeitliche Standards
    Der zeitliche Ablauf ist genau definiert. Die Anlieferung der Daten, die Dauer der Produktion und die Lieferung verfügen also über feste Zeitintervalle. Oft lässt sich die Produktionsgeschwindigkeit noch erhöhen – gegen Aufpreis.
  • Technische Standards
    In der Regel arbeitet eine Onlinedruckerei mit verschiedenen festgelegten Formaten, um Dateien zu verarbeiten. Klassiker sind beispielsweise PDF-X oder ein Pixelformat wie TIFF oder PNG. Auch hier ergeben sich einige Sonderleistungen, die gegen Aufschlag in Anspruch genommen werden können.
  • Produktions-Typen-Standards
    Wenngleich eine Onlinedruckerei oft sehr vielseitig ausgerichtet ist, so ist die Palette an Drucksachen dennoch begrenzt. Hinzu kommen feste Auflagen, eine Auswahl an Papier-Grammaturen und Veredelungen. Dies mag für viele Kunden aufgrund der dennoch großen Auswahl gar nicht ins Gewicht fallen, ermöglicht dem Unternehmen selbst aber dennoch schlankere Produktionsabläufe.

Die Druckindustrie und ihre aktuelle Entwicklung

Web to Print scheint ein absoluter Zukunftsmarkt zu sein, doch fraglich ist, wohin sich die Branche entwickeln wird. Neue Druckköpfe, Schneidelösungen und Tinten bringen es mit sich, dass der industrielle Druckmarkt sich immer weiter professionalisiert und dabei unterschiedlichste Anwendungsbereiche bedient werden. Die Überschneidung mit dem Werbetechnik-Sektor steht dabei häufig im Vordergrund, etwa in Form von Verpackungs-, Textil-, Dekor- Keramik- und Glasproduktionen bis hin zum funktionalen Druck im Elektronik- und Automobilsektor.

3D-Druck auf dem Vormarsch

Pulisher.ch erläutert zudem, dass auch der 3D-Druck ein Markt mit Wachstumspotenzial ist. Derzeit entwickelt dieser sich rasant, sodass die Konkurrenzsituation kaum zu überschauen ist, Investoren und Banken rechnen jedoch damit, dass das jährliche Wachstum zwischen 20 und 30 Prozent liegen wird. Die klassische Druckindustrie profitiert davon insofern, dass sie bereits einen Großteil der erforderlichen Kernkompetenzen aufweisen kann, um in den Markt einzusteigen. Darunter beispielsweise das Datenmanagement, ein Frontend zum Kunden und die Handhabung kleiner Aufträge.

Sei es als Einkäufer, Produktionshelfer oder qualifizierter Maschinenbediener, die moderne Druckindustrie befindet sich im Wachstum und insbesondere große Unternehmen sind stets auf der Suche nach kompetenter Unterstützung. Entsprechende Jobangebote gibt es neben den einschlägigen Stellenportalen oftmals auch bei den Unternehmen selbst, wie auch ein Blick auf Onlineprinters.ch verdeutlicht – bereits über 500 Mitarbeiter sind für das wachsende Unternehmen tätig und ein regelmäßiger Blick auf die offenen Stellen lohnt sich, wenn der Einstieg in die Branche gelingen soll. Neben den klassischen Berufen im Produktionsbereich wird dabei auch der Managementsektor immer wichtiger und verspricht gerade bei den aufstrebenden und vielseitig ausgerichteten Unternehmen gute Karrierechancen.

Zukunftsträchtig, aber nicht ohne Risiko

Die stetig weiterentwickelten Technologien verändern die Art und Weise der Druckbranche und gerade die Onlineintegration trägt einen entscheidenden Teil dazu bei, dass gedruckte Medien auch in Zukunft noch eine Perspektive haben und nicht gänzlich von digitalen Inhalten verdrängt werden. Wer sich dabei jedoch ausschließlich auf die Erstellung von Druckerzeugnissen verlässt, vertraut auf eine sehr riskante Strategie – stattdessen sollten Betriebe an eine sinnvolle Umstrukturierung denken und auch ergänzende Dienstleistungen miteinschließen. Eine Befragung im Rahmen des „Business Drive Programme“ ergab allerdings, dass sich viele Unternehmen derzeit noch am Anfang ihrer Umstrukturierung befinden und unsicher sind, wie sie das künftige Wachstum ihrer Druckerei am besten angehen sollen. Ergänzende Dienstleistungen sind in dieser Hinsicht sehr wichtig, um mit der Konkurrenz mithalten zu können und auch die Webpräsenz gilt als Pflichtteil, aber auch das Marktumfeld muss stets analysiert werden. Nur so können sich Anbieter auf diesem schnelllebigen Markt positionieren und langfristig erfolgreich sein.

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