Wissenschaft

Die JAMES-Studie: Mädchen fotografieren, Jungs gamen

Neues aus der Forschung

Mediales Verhalten Jugendlicher im Fokus
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Alle zwei Jahre werden über 1'000 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren in den drei grossen Sprachregionen der Schweiz zu ihrem Medienverhalten befragt. Themen der Umfrage sind das Freizeitverhalten im non-medialen und das Nutzungsverhalten im medialen Bereich (z.B. Handy, Internet oder Videogames). Erstmals fokussiert die Studie auch auf Medieninhalte.

 

Ergebnisse der JAMES-Studie

  • Das iPhone ist das beliebtestes Handy. 98 Prozent der Schweizer Jugendlichen besitzen ein Handy, davon haben 97 Prozent ein Smartphone.
  • Pro Monat geben die Heranwachsenden in der Schweiz durchschnittlich 37 Franken für das Mobiltelefon aus.
  • Die beliebteste Handymarke ist Apple.
  • Generell verfügen die Jugendlichen über eine ausgezeichnete Medienausstattung. Die Verbreitung von Tablets hat seit der Erhebung 2012 um 18 Prozent zugenommen. Auch tragbare Spielkonsolen stehen den Jugendlichen 2014 häufiger zur Verfügung als noch vor zwei Jahren, was einer Zunahme von 11 Prozent entspricht.
  • Ein starker Rückgang zeigt sich dagegen bei MP3-Playern.
  • Mediale Freizeitaktivitäten nehmen im Leben der Jugendlichen viel Zeit in Anspruch. Da fast alle Jugendlichen ein Handy besitzen, nutzen sie es in der Freizeit entsprechend intensiv: 94 Prozent der Befragten widmen sich täglich ihrem Mobiltelefon. Weniger oft werden zum Beispiel Bücher gelesen: Fast die Hälfte der Jugendlichen liest selten oder nie ein Buch, E-Books sind noch weniger beliebt. Wenn in der Freizeit überhaupt gelesen wird, dann eher auf Papier als digital. Dabei zeigt sich, dass Mädchen deutlich häufiger Bücher lesen als Jungen.
  • Mädchen hören öfters Musik oder machen digitale Fotos, während Jungen mehr DVDs schauen oder Videogames spielen.
  • Das nonmediale Freizeitverhalten ist seit 2010 stabil geblieben. Die jungen Schweizerinnen und Schweizer treffen auch gerne Freunde und tun dies einmal bis mehrmals pro Woche.
  • Die beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Jugendlichen unterscheiden sich je nachdem, ob sie alleine sind oder zusammen mit Freunden Zeit verbringen. Sind die Jugendlichen alleine, haben sie eine Vorliebe für mediale Tätigkeiten wie fernsehen, lesen, gamen oder Musik hören. Zusammen mit Freunden reden oder shoppen sie am liebsten, feiern oder machen Sport.
  • Jugendliche verbringen unter der Woche täglich rund zwei Stunden im Internet, am Wochenende und in den Ferien sind es rund drei Stunden pro Tag. Die Internet-Nutzungsdauer ist seit 2010 konstant geblieben.
  • Die mit Abstand beliebtesten Websites der 12- bis 19-Jährigen sind YouTube, Facebook und Google.
  • Nebst der Unterhaltung dient das Internet den Jugendlichen auch zur Informationsbeschaffung. Dabei greifen sie nicht nur auf klassische Suchmaschinen zurück, sondern nutzen auch Videoportale oder Soziale Netzwerke.
  • Rund ein Drittel der Jugendlichen sagt, dass schon einmal Fotos oder Videos von ihnen ohne ihre Zustimmung online gestellt wurden.
  • Acht Prozent der Jugendlichen haben bereits einmal aufreizende Selfies digital verschickt.
  • Beim so genannten Sexting gab es im Vergleich zu 2012 eine leichte Zunahme, wobei Jungen aktiver sind als Mädchen.
  • 37 Prozent der Jugendlichen haben hingegen erotische, bzw. aufreizende Fotos oder Videos digital zugeschickt erhalten.
  • Ein Fünftel der Jugendlichen wurde im Internet bereits von einer fremden Person mit unerwünschten sexuellen Absichten angesprochen. Mädchen werden dabei online häufiger sexuell belästigt als Jungs. Dafür sehen sich Jungen häufiger mit gewalthaltigen oder pornographischen Inhalten konfrontiert.
  • Die JAMES-Studie zeigt: bereits 43 Prozent der Schweizer Jugendlichen von 12 bis 19 Jahren haben schon einmal Pornofilme auf dem Handy oder dem Computer angeschaut.

 

Die ganze JAMES-Studie können Sie hier als Download beim BAG beziehen.

Diese Studie zeigt einmal mehr auf, dass es wichtig ist, diese Themen familienintern zusammen zu besprechen. Immer wieder – bleiben Sie dran.

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