Ernährung

Die Welt des Zuckers Teil 3- Kokosblütenzucker

Der süsse Exote

Exotischer Kokosblütenzucker
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Der Kokosblütenzucker ist rund sechs Mal teurer als der herkömmliche Haushaltszucker. Warum ist das so? Und ist er seinen Preis wert? Erfahren Sie hier mehr über den exotischen Zucker.

 

Was ist Kokosblütenzucker?

Dieser Zucker wird aus dem Nektar der Kokospalme hergestellt. Durch Abschneiden der Blütenknospe der Kokospalme tritt Saft aus, der Kokosnektar. Der Nektar wird in einem aufwändigen Verfahren zuerst gefiltert und danach zu einem Sirup verkocht. Es wird so lange eingekocht, bis der Sirup auskristallisiert. Die daraus entstandene Masse wird zur Fertigstellung des Kokosblütenzuckers nun noch gemahlen. Dieser aufwendige Prozess, welcher in Handarbeit gemacht wird, führt zum hohen Preis dieses Zuckers.

Aus ökologischer Sicht ist der Kokosblütenzucker nicht wirklich sinnvoll. Der Importweg ist sehr lange und unabhängig vom Weg, werden Kokosprodukte selten nachhaltig und ökologisch produziert. Nicht nachhaltige Kokosplantagen werden meistens auf dem Boden von zuvor abgeholztem Regenwald angepflanzt. Informieren Sie sich vor dem Kauf jedes Kokosproduktes daher über die Produktionsbedingungen.

 

Gesundheitliche Aspekte

Der Kokosblütenzucker wurde vor allem berühmt, da ihm ein niedriger glykämischer Index nachgesagt wird. Der glykämische Wert gibt an, wie stark ein Nahrungsmittel den Blutzucker nach dem Essen ansteigen lässt. Während der glykämische Index von Traubenzucker 100 beträgt und der von Haushaltszucker 56, beträgt er beim Kokosblütenzucker nur 35. Repräsentative Studien zum Effekt von Kokosblütenzucker auf den Blutzucker fehlen aber bis anhin.

„Normaler“ Haushaltszucker enthält keine wertvollen Vitamine und einen sehr kleinen, nicht relevanten Anteil an Mineralstoffen. Der Kokosblütenzucker enthält im Vergleich mehr Vitamine, wie Vitamin C. Da Sie aber eine grosse Menge, zirka 400g, davon essen müssten um den Tagesbedarf zu decken, kann er nicht als wichtiger Vitaminlieferant beigezogen werden. So oder so ist Zucker aller Art kein relevanter Lieferant für Vitamine und Mineralstoffe.

Kokosblütenzucker enthält pro 100 Gramm 382 Kilokalorien, 1.2 Gramm Eiweiss, 93 Gramm Kohlenhydrate und 0.6 Gramm Fett. Haushaltszucker hat im Vergleich 405 Kilokalorien, 100 g Kohlenhydrate und keine weiteren Nährstoffe. Diese sind jedoch auch beim Kokosblütenzucker verschwindend klein, also haben wir ein sehr vergleichbares Nahrungsmittel

 

Verwendung von Kokosblütenzucker

Das Süssungsmittel schmeckt leicht karamellartig mit einer Vanille-Malz-Note. Einen Kokos-Geschmack hat der Zucker hingegen nicht. Der Kokoszucker hat einen etwas weniger süssen Geschmack als unser weisser Haushaltszucker. Trotzdem kann er wie herkömmlicher Haushaltszucker für viele Speisen eingesetzt werden. Durch sein feines Aroma eignet er sich beispielsweise gut zum Backen von Süssem oder zur Verfeinerung von Saucen und Salatdressings.

Der Kokosblütenzucker finden Sie in unter anderem in Reformhäusern oder beispielsweise im Coop unter dem Namen Veganz Kokosblütenzucker.

Der exotische Zucker mit seinem leicht karamellartigen Geschmack lädt zum Experimentieren und Ausprobieren ein. Da er jedoch sehr teuer und ökologisch fragwürdig ist, zudem bisher keine wissenschaftlich bewiesenen gesundheitliche Vorteile hat, stellt er keinen sinnvollen Ersatz zu Zucker dar. Aber eben, Ausprobieren ist ja immer spannend.

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