Kultur, Kunst & Unterhaltung

Ein Ausflug ins Kunstmuseum Bern – Meret Oppenheim

Mit einem weiteren Ausflugstipp möchten wir das Januarloch etwas auffüllen. Diesmal mit der bedeutendsten Schweizer Künstlerin des 20. Jahrhunderts ¬– Meret Oppenheim. Im Kunstmuseum Bern können Sie Ihr Gesamtwerk aus fünf Jahrzehnten bestaunen.

Pelzhandschuhe, 1936 ausgestellt im Kunstmuseum Bern
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Wer ist Meret Oppenheim?

Meret Oppenheim wird am 06.10.1913 als erste von drei Kinder der Schweizerin Evan Wenger und dem Deutschen Erlich Alfons Oppenheim in Berlin geboren und lebt in ihrer Kindheit in Süddeutschland und Basel. Schon als Kind liebt sie das Zeichnen und Malen. Nach Ende ihrer Schulzeit, beschliesst sie Künstlerin zu werden und reist mit 18 Jahren mit der Malerin Irène Zurkinden nach Paris. Dort besucht Sie sporadisch die Académie de la Grande Chaumière und lernt bald schon bedeutende Künstler und Künstlerinnen wie Jean Arp, Alberto Giacometti, Max Ernst und Sophie Täuber-Arp kennen.

Obwohl Meret Oppenheim kein künstlerisches Studium absolviert, stellt sie 1933 erstmals an einer Ausstellung der Surrealist:innen aus und bewegt sich in deren Kreis um André Breton. Bekannte Werke wie die Pelztasse „Le déjeneur en fourrure“ oder die auf einem Silbertablett arrangierten Damenschuhe „ma gouvernante“ entstehen in dieser Zeit.

Seit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wird ihre in Deutschland lebende Familie zunehmend diskriminiert und Oppenheims Vater kann sie finanziell nicht mehr ausreichend unterstützen. Meret sieht sich gezwungen, 1937 nach Basel, wo sich ihre Familie mittlerweile niedergelassen hat, zurückzukehren.

Die Isolation aus ihrem künstlerischen Umfeld in Paris beeinflusst ihre künstlerische Arbeit. Obwohl sie stetig weiterarbeitet, bezeichnet sie die Phase von 1937 – 1954 später als Krise, die von einer tiefsitzenden Arbeitsblockade geprägt sei. 1949 zieht Meret Oppenheim mit ihrem Ehemann Wolfgang La Roche nach Bern. 1954 bezieht sie ein Atelier in Bern und wird Teil der Berner Kunstszene. Ab diesem Zeitpunkt erlebt Oppenheim erneut einen Aufschwung und wird im Verlauf ihres Lebens international ausgestellt, mit verschiedenen Preisen gewürdigt und erhält öffentliche Aufträge. Ab 1972 lebt und arbeitet sie wieder abwechselnd in Paris, Bern und Carona im Tessin. Am 15. November 1985 stirbt Meret Oppenheim in Basel.

Meret Oppenheim. Mon Exposition im Kunstmuseum Bern

Mit der aktuellen Ausstellung will das Kunstmuseum Bern zeigen, dass Meret Oppenheim mehr ist als die „Muse der Surrealisten“, als die sie von vielen Kunsthistorikern und Kunsthistorikerinnen bezeichnet wird. Die Ausstellung lässt eine neue Sichtweise auf Oppenheims „Schaffenskrise“ zu. Mit den gezeigten Werken aus jener Zeit wird deutlich, dass die Künstlerin kontinuierlich weiterwirkte und mit 36 Jahren den „Knoten“ aufzulösen vermochte. In den ausgestellten, wenig bekannten Werke der 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahre wird das vielseitige Schaffen Oppenheims deutlich und zugleich sichtbar, wie sie in der Auseinandersetzung mit Pop-Art, Nouveau Réalisme und monochromer Malerei eine eigenständige, selbstsichere, gelassene und kraftvolle künstlerische Stimme entwickelte.

Mit der Ausstellung können Sie in alle Phasen Oppenheims Gesamtwerks eintauchen und Zeichnungen, Malerei, Objekte und Skulpturen von 1929 bis 1985 bestaunen. So lassen bekannte Werke life ersichtlich das Kunstherz höherschlagen und unbekannte Werke das Wissen und die Perspektive erweitern.

Wir wünschen Ihnen einen vielseitigen und inspirierenden Ausflug. Die Ausstellung ist noch bis am 13.02.2022 geöffnet. Hier finden Sie alle wichtigen Infos.

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