Saubers unterwegs

Eine freudige Fusion

Der Volvo S60 ist kein Familienwagen - macht aber trotzdem reichlich Spass. Janick zum Beispiel wollte den Wagen behalten, obwohl er gar nicht aus dem Fenster sah.

Eine Schönheit: Der S60.
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Autor:
Beat Sauber

 

Beats Männermeinung:

Seit ich erstmals ein Bild des Volvo S60 gesehen hatte, wollte ich diesen Wagen fahren. Ich mache daraus keinen Hehl: Ich mag Volvo. Sehr sogar. Die Art und Weise, wie bei Volvo modernes Design und moderne Technik mit schierer Zeitlosigkeit kombiniert wird, sagt mir einfach zu. Und diese Kombination wird derzeit vom S60 auf die Spitze getrieben. Noch nie hat ein Volvo so sehr nach Adrenalin ausgesehen (und überflüssigerweise wurde auch noch nie ein Volvo derart adrenalinschubartig beworben). Der S60 ist der sportlichste Volvo aller Zeiten und gleichsam der sicherste Volvo aller Zeiten. Eine Fusion, die zu Freude Anlass gibt.

Zugegeben: Ich hätte den S60 gerne mit dem grössten verfügbaren Benzinmotor getestet (um zu überprüfen, ob die adrenalinschubartige Werbung nicht übertrieben ist). Weil ich derzeit jedoch Diesel als die sinnvollste Motorisierung von Autos betrachte, freute ich mich auch über den dieselgetriebenen Volvo-Sportler (D3).

 

"Der Kofferraum entpuppte sich als veritable Zwergenhöhle, was etwas zugespitzt formuliert, aber nicht allzu weit entfernt von der Realität ist."

 

Die Freude kam allerdings erst auf, nachdem ein erster Schrecken verdaut war. Die Farbe nämlich, in der unser Testfahrzeug zu glänzen versuchte, löste in mir ein Schaudern aus. Ein dunkles Rot. Weinrot, bloss einen Tick heller. Furchtbar! Abgesehen davon war die erste Begegnung ein freudvolles Ereignis: Die dynamischen Formen, das Volvo-typische, schlicht-elegante Interieur, das Gesamtpaket überzeugte mich.

Mit Ausnahme übrigens des Hecks: Dieses bereitete in doppelter Hinsicht Probleme: Erstens kommt auch bei diesem Heckdesign die Regel zum Tragen, dass Kombi-Hintern schöner gestaltet sind als Limousinen-Hecks. Zweitens entpuppte sich der sogenannte Kofferraum als veritable Zwergenhöhle, was etwas zugespitzt formuliert, aber nicht allzu weit von der Realität entfernt ist: Unser Kinderwagen für Lionel fand Platz darin. Mehr nicht.

Darüber kann man sich ärgern, wenn man will. Ich für meinen Teil würde jedoch keinem Modell Platzmangel vorwerfen, das auch als Kombi erhältlich ist. Wer Platz will, kauft Kombi – wer wenig Stauraum braucht, kauft Limousine. 

Abgesehen von Stauraum und Farbe war der S60 das, was ich erwartet hatte: grossartig nämlich. Der Wagen verhält sich in jeder Situation souverän, besticht durch genügend Vortrieb bei moderatem Verbrauch und eine paradiesische Ruhe im Innenraum (wenn man ohne Kleinkinder unterwegs ist). Und vor allem: Als Passagier wird einem das Gefühl vermittelt, draussen könnte die Welt untergehen und man wäre dennoch gut aufgehoben.

Die Fusion aus Design, Technik und Zeitlosigkeit, auf die ich mich freute, bekam ich vom S60 ohne Abstriche geboten. Wie oben erwähnt, halte ich es für verfehlt, den mageren Stauraum zu kritisieren. Deshalb halte ich nüchtern fest: Der S60 ist kein Familienauto. Aber das will er auch gar nicht sein. Umso mehr freue ich mich, dass wir nächstens auch noch den V60, die Kombiversion, testen können.

 

Grossartige Technik verbunden mit zeitlosem Design: Der Volvo S60.

Esthers Frauenmeinung:

Kurzfristig erhielten wir einen Volvo S60 D3 als Testwagen, anstelle der ursprünglich vorgesehen Kombiversion. Ich war schon etwas enttäuscht, da ich mich auf den V60 freute. Der S60 zeigte mir jedoch schnell und deutlich, dass er viel zu bieten hat und ich keinesfalls enttäuscht sein muss. Ich musste einzig einsehen: Ich fahre eine dynamische Premium-Limousine und kein Familienauto.

Der S60 ist niedrig geschnitten. Sehr niedrig. Es passierte mir mehrmals, dass meine „nigelnagelneue“, auf dem Kopf platzierte Sonnenbrille an der Autodecke anstiess. Doch für das gigantische Fahrgefühl verzieh ich dies dem Wagen sofort. Das zügige Beschleunigen machte mir so richtig Spass, und ich würde mich wahrlich nicht als Auto- und Tempo-Freak bezeichnen.

 

"Obwohl meine Schwägerin gleich neben dem Auto stand, merkte sie nicht, dass ich den Motor bereits angelassen hatte. Eine bezeichnende Situation."

 

An einem Sonntag planten wir einen Ausflug zum Flughafen mit meiner Schwägerin und ihrem Partner. Obwohl sie vor der Abfahrt gleich neben dem Auto stand, merkte sie nicht, dass ich den Motor bereits angelassen hatte. Eine bezeichnende Situation. Der Motor bewies ultimative Laufruhe.

Der S60 hat ein sogenanntes ACC (Aktives Geschwindigkeits-/Abstandsregelsystem mit automatischer Notbremsfunktion für Fahrzeuge und Fussgänger). Dieses System sorgt bei allen Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h für einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu vorfahrenden Autos. Es kann, wenn nötig, sogar eine Notbremsung einleiten. Eigentlich eine gute Sache, sofern es einwandfrei funktionieren würde. Wir erlebten leider das Gegenteil. Einmal erschrak ich gewaltig, da der Wagen aus heiterem Himmel eine heftige Vollbremsung machte. Ein Hindernis war nicht zu sehen. Beinahe wäre durch diese Vollbremsung etwas passiert, obwohl es gar keinen sichtlichen Grund dafür gab.

Janick sah kaum aus dem Fenster, so tief sass er im Wagen. Das führte zum einen oder anderen langanhaltenden und heftigen Trotzanfall im Auto. Dennoch meinte unser knapp dreijährier Sohn am Ende der Testdauer des Volvos S60 geschlagene drei Mal: „ich wot mitem rote Auto fahre, nöd zrugg bringe“. Ich konnte ihn verstehen. Eine Spritzfahrt in diesem Wagen macht wirklich Spass und auch ich hätte das Testfahrzeug gerne noch etwas länger behalten.

 

Technische Daten:

 

Volvo S60 D3

Motor: 5 Zylinder, 1984cm3, Diesel

Leistung: 163 PS

Verbrauch: 5,8 Liter

Preis: ab 46'100 Franken.

 

Weitere Informationen: www.volvocars.com

 

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