Essen und Kochen

Glutenfreie Mehlsorten – Teil 2

Hanfmehl

Berauschend wertvoll!
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Immer häufiger wird über die verschiedensten Nahrungsmittelunverträglichkeiten diskutiert. Die Sensitivität gegenüber Gluten ist nur eine davon. Gluten ist auch unter dem Namen Klebereiweiss bekannt und ist Bestandteil zahlreicher Getreidearten. Pasta, Brot und grundsätzlich alle mit Weizenmehl hergestellten Nahrungsmittel sind die prominentesten, glutenhaltigen Produkte. Eine solche Unverträglichkeit oder Allergie ist jedoch kein Grund, pauschal auf jegliche Backwaren zu verzichten. Gerne stellen wir Ihnen in dieser Serie ein paar Alternativen zu Weizenmehl vor, mit welchen Sie leckere, glutenfreie Gerichte auf den Tisch zaubern können.

 

Mit der Hanfpflanze verbinden wir wohl nicht als allererstes an ein Mehlerzeugnis. Und dennoch erfreut sich Hanfmehl immer grösserer Beliebtheit. Die vielfältige Kulturpflanze wird schon seit Jahrtausenden erfolgreich angebaut und kommerziell vielfältig genutzt. Unter anderem werden aus dieser Pflanze Papier, Kosmetika, Seile und auch Lebensmittel produziert. Das Mehl wird aus sogenanntem Nutzhanf gewonnen. Es entsteht als Pressprodukt bei der Herstellung von Hanföl.

 

Vergleich zu Weissmehl und Kastanienmehl

MehlsorteKalorienFettEiweissKohlen-
hydrate
Nahrungs-
fasern
Weizenmehl, weiss346 kcal1g11g71g3g
Kastanienmehl373 kcal3g7g79g9g
Hanfmehl290 kcal8g30g3g46g

 

Auffällig ist neben dem hohen Anteil an Nahrungsfasern auch der grosse Proteingehalt. Es enthält entgegen vieler pflanzlichen Lebensmittel sämtliche essentiellen Aminosäuren und gilt somit auch für Veganer als gute Eiweissquelle. Es enthält zudem auch essentielle Fettsäuren, wie Omega-3 und Omega-6, in einem optimalen Verhältnis (1:3). Auch Mineralstoffe wie Magnesium, Calcium, Kalium, Zink und Eisen sind im Hanfmehl reichlich vorhanden. Sie erhalten ein Kilo Hanfmehl bereits ab rund CHF 10.00.

 

Geschmack

Hanfmehl besitzt einen intensiv nussigen, eher herben Geschmack. Auch deshalb ist die Mischung mit anderen Mehlen – zumindest zum Angewöhnen – zu empfehlen.

 

Backfähigkeit

Wie bei allen von Natur aus glutenfreien Mehlen erlaubt seine geringe Bindefähigkeit das Verwenden von Hanfmehl alleine fürs Backen nicht. Trotzdem kann etwa ein Viertel der benötigten Mehlmenge mit Hanfmehl ersetzt werden, um dem Gebäck zusätzliche Proteine, Nahrungsfasern und Mineralstoffe zu verleihen

 

Verwendung

Hanfmehl kann zusammen mit anderen Mehlen für Kuchen oder Brote verwendet werden. Aufgrund seines Fettgehalts sollte der Teig stets gut durchgeknetet werden.

Als wertvoller Eiweisslieferant kann es auch dem Frühstücksmüsli untergemischt oder zusammen mit anderen Zutaten wie zum Beispiel Nüsse, Datteln, Honig und Reispuffer für die Herstellung von selbstgemachten Powerriegeln genutzt werden.

Nebenbei gesagt, der berauschende Wirkstoff, für welchen Hanf bekannt ist, darf nur zu 0.2% in Nutzhanf enthalten sein. Für die gute Stimmung wird also eher das Gericht als Ganzes sorgen und nicht das Mehl. Probieren Sie es als Abwechslung aus!

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