Keine Boni für gute Schulnoten

Enttäuschungen grösser als Anreiz: Bei sogenannten Problem-, wie auch bei Musterklassen funktionierten Boni langfristig nicht, sagen die Lehrerinnen und Lehrer im bernischen Wiedlisbach.

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Futura.TV lancierte anfangs des Jahres ein sechsmonatiges Experiment. Die 12- bis 14-jährigen Sekundarschüler erhielten fünf Franken für eine 4,5, zwölf Franken für eine 6.
Für die meisten Lehrerinnen und Lehrer anderer Schulen ist es klar, dass ein Bonussystem zu nichts führt. Zwar habe sich gezeigt, berichtet eine Lehrerin aus Kleinbasel, dass sich die Jugendlichen für gute Noten ins Zeug legen würden, um Videogames oder Statussymbole wie Markenkleider zu kaufen. An den Anforderungen würden aber die meisten scheitern. Spätestens wenn die Boni wieder gestrichen würden, breche die Motivation zusammen.
Die Schüler des TV-Experiments stammten aus privilegierten Verhältnissen, sie wachsen alle in einem Einfamilienhaus oder auf dem Bauernhof auf. In Schulen mit schwierigeren Verhältnissen würde das ganz anders ablaufen.
Auch die Lehrerin der «Versuchsklasse» glaubt nicht an die Boni. Ihre Schüler würden trotz finanzieller Anreize nicht mehr leisten können. Gute Noten kann man offensichtlich nicht kaufen.

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