Sonne

Kleinkinder vor Sonne schützen

Laura K. verbrachte mit ihrem dreijährigen Sohn Noah einen Nachmittag in der Badeanstalt. Noah spielte zwei Stunden im Planschbecken. Plötzlich wurde er quengelig und war nicht mehr zu beruhigen.

Kleinkinder vor Sonne schützen
Kleinkinder vor Sonne schützen
Weitere Artikel zum Thema:
Kategorie:
Autor:
Luzia Ebnöther

 

Sein Kopf war hochrot und heiss, aber seine Haut fühlte sich kühl an. Laura K. rief sante24 an: «Hat Noah zu viel Sonne erwischt, soll ich zu einem Arzt?»

Die sante24-Ärztin riet Laura K., den Kleinen sofort in den Schatten zu legen, seinen Kopf hoch zu lagern und mit feuchten, kalten Tüchern zu kühlen. Sie solle ihm zu trinken geben, nicht zu kalt oder zu warm. Falls die Beschwerden nicht innerhalb einer Viertelstunde abklingen, solle sie sich wieder bei sante24 melden. Noah erholte sich glücklicherweise bald. Bei Kleinkindern können auch noch Stunden nach der Sonnenexposition Symptome wie Erbrechen oder Fieber auftreten. Ein Sonnenstich kann weitere Beschwerden verursachen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, steifer Nacken, Hitzegefühl im Kopf und Unruhe. Seltener kann eine Hitzeerschöpfung oder gar ein Hitzschlag eintreten, weshalb das Kind weiterhin beobachtet werden sollte.

Hitzschlag vorbeugen

Kleinkinder und Babys dürfen im Sommer nie im Auto allein gelassen werden – auch nicht wenn dieses im Schatten steht. Denn vor allem dann besteht das Risiko eines Hitzschlags. Aber auch während langen Reisen sitzen die Kinder am besten auf der Schattenseite im Auto. Zudem gehört ein Sonnenschutz ans Autofenster. Es ist darauf zu achten, dass Kinder immer genügend trinken. An heissen Tagen sollte man hellhörig werden, wenn Kinder anfangen zu quengeln. Oft sind sie dann von der Hitze erschöpft und brauchen etwas zu trinken sowie Ruhe an einem möglichst schattigen Ort. Beim Hitzschlag steigt die innere Körpertemperatur auf über 40 Grad Celsius, weshalb die Temperatur anal zu messen ist. Dazu fällt ein schneller Pulsschlag auf, die Haut ist heiss und trocken. Es können lebensgefährliche Hirnödeme auftreten, die sich mit zentralnervösen Symptomen äussern wie Bewusstseinstrübung, Delirium und Krämpfen bis zum Koma. Bei solchen Symptomen muss sofort ein Notarzt gerufen werden.

Kinder und Sonne

Der Organismus der Kinder ist empfindlich und kann die Hitze noch schlechter ertragen als Erwachsene. Es ist unbedingt dafür zu sorgen, dass sich die Kinder zwischen 12 und 15 Uhr im Schatten aufhalten. Zudem ist bei Kindern auf ausreichende Sonnenschutzcrème zu achten und dass sie immer eine Kopf- und Nackenbedeckung und eine Sonnenbrille tragen. Für Babys sind Sonnenhutmodelle geeignet, die sich mit einem Kinnband zubinden lassen. Grössere Kinder suchen am besten selbst einen Sonnenhut aus, der ihnen gefällt. Ausserdem ist unbedingt auf UV-dichte Textilien zu achten, denn Sonnenbrände in der Kindheit können zu Hautkrebs im Erwachsenenalter führen.

Erste Hilfe

Bei Sonnenstich:

  • Kind an den Schatten legen
  • Kopf erhöhen und Kleider öffnen
  • Feuchte und kalte Tücher auf Kopf und Nacken
  • Kühle oder leicht warme Flüssigkeit zuführen in Form von Tee mit Zucker, Bouillon oder einem Gemisch aus Wasser mit wenig Fruchtsaft und einer Prise Salz
  • sante24 anrufen
     

Bei Hitzschlag - Bewusstseinstrübung oder Ohnmacht:

  • Rettungdienst Nr. 144 alarmieren
  • Patient in Seitenlage bringen, Atmung überwachen
  • Sofortige Kühlung, wärmende Kleidung entfernen, kalte Umschläge, Arme und Beine ins Wasser halten
  • Nur bei Bewusstsein: Zufuhr von Flüssigkeit

Kommentar hinzufügen

Facebook

Verwandte Artikel

Buchtipp

Ausgerechnet der Darm! Das schwarze Schaf unter den Organen, das einem doch…
Autor: Giulia Enders ISBN / EAN: 3-550-08041-7
0