Ernährung

Lakritze

Gefährliche Süssigkeit oder doch Medizin?

Auch bei Lakrize kommt's auf die Menge an
Kategorie:
Autor:
Natalie Zumbrunn

Es gibt keine Süssigkeit, über welche die Meinungen so weit auseinander gehen, wie über die Lakritze: Einerseits wird sie als kalorienarme gesundheitsfördernde Schleckerei, andererseits als Risikofaktor für Bluthochdruck und Muskelschwäche gehandelt, Lakritze hat zahlreiche Wirkungen.

Die Wirkungen des 1 bis 1.5 Meter hohen Süssholzstrauch waren bereits den alten Römern und Griechen bekannt: Diese verwendeten den Saft der Süssholzwurzeln zur Behandlung von Asthma und Magengeschwüren. 1760 wurde zum ersten Mal Lakritze im herkömmlichen Sinne hergestellt: Ein Englischer Apotheker mischte Zucker zum Süssholzwurzelsaft.
Heutzutage wird die pechschware, süss-herbe Köstlichkeit wie folgt hergestellt: Die Wurzeln werden geraspelt, die Inhaltsstoffe herausgelöst und anschliessend eingedickt. Der entstandene Saft wird mit Gelatine, Stärke, Agar, Pektin, Zuckersirup sowie Anis vermischt. Danach wird die zähe Masse in die verschiedenen Formen, wie Stangen, Schnüre und Pastillen gepresst.

Der Lakritze werden entzündungs-, viren- und bakterienhemmende sowie leber- und herzschützende Effekte nachgesagt: Verantwortlich für die diversen Effekte der schwarzen Süssigkeit ist der Inhaltsstoff Glycyrrhizin. Dieser wird im Darm zu der Glycyrrhetinsäure gespalten. Diese regt die Bronchialschleimhaut dazu an, mehr dünnflüssiges Sekret zu bilden. Der zähe Schleim lässt sich daraufhin leichter abhusten, was bei Erkältungen hilfreich ist. Weiter vermindern die Inhaltsstoffe die Magensäurebildung und können Magenkeime bekämpfen. Auch gegen Herpesviren kann mit den Inhaltsstoffen der Süssholzwurzel vorgegangen werden. Zu betonen ist, dass die beschrieben Wirkungen erst in Labor nachgewiesen werden konnten, welche Effekte sie im menschlichen Körper haben,wird weiter erforscht werden.

Durch Studien bewiesen wurde die fettverbrennende Wirkung der Lakritze: Bei Personen, welche zwei Monate lang ein Stück Lakritz assen, sank der Fettanteil im Körper. Gewicht verloren sie nicht, da der Körper gleichzeitig mehr Wasser einlagerte.

Diese Wirkung kann auch negative Konsequenzen haben: Essen Sie zuviel Lakritze, kommt es zu vermehrten Wassereinlagerungen, was wiederum den Blutdruck in die Höhe treibt. Ausserdem wurden weitere Nebenwirkungen, wie Kopfschmerzen und Muskelschwäche nachgewiesen. Aus diesem Grund wird empfohlen, maximal100 Milligramm Glycyrrhizinsäure zu sich zu nehmen. Dies entspricht ungefähr 50 Gramm Lakritze.

Falls Sie nicht täglich eine Tüte Lakritze naschen, ist Ihr Konsum unbedenklich.
Das schweizerdeutsche Synonym „Bärendreck“ kommt übrigens vom Süsswarenfabrikanten Karl Bär, der Lakritze im grossen Stil herstellte.

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