Essen und Kochen

Marroni – wussten Sie das schon?

Die Delikatesse voller Geschichte

Marroni - ein geschichtsträchtiges Lebensmittel
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Rund um die Edelkastanie

Die Edelkastanie, auch Esskastanie genannt, ist der einzige europäische Vertreter der Gattung Kastanien aus der Familie der Buchengewächse. Edelkastanien tragen erst im Alter von 30 bis 40 Jahren ihre ersten Früchte, danach beschenken sie uns jedoch mindestens 500 bis 600 Jahre lang.

Der älteste und grösste Baum in Europa ist eine Edelkastanie. Er steht am Vulkan Ätnä auf Sizilien und wird auf 2000 bis 4000 Jahre geschätzt. Ursprünglich kommt der Esskastanien-Baum nicht aus Europa, sondern aus Vorderasien. Dort wurde er bereits 500 n.Chr. von den Menschen geschätzt. Dazumal wurden die Marroni gebraten und mit Quark oder Äpfeln gegessen. In Europa waren die Marroni noch vor der Kartoffel ein wichtiges Grundnahrungsmittel. In den Bergregionen von Südeuropa waren die Edelkastanien vom Mittelalter bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts sogar das Hauptnahrungsmittel der Landbevölkerung. Marroni sind heute noch eine Delikatesse in der französischen Küche und aus der Herbst- und Weihnachtsmarktzeit nicht mehr wegzudenken. Die Esskastanien werden übrigens von September bis November geerntet.

Die beliebten Kastanien werden je nach Dialekt anderes bezeichnet. Während sie bei uns in der Schweiz als Marroni bekannt sind, werden sie zum Beispiel in der Pfalz als Keschde, im Südtirol als Keschtn und in Österreich als Maroni bezeichnet.

In der Ernährung

Früher galten die Marroni eher als Brot für die Armen, heute gehören sie zu den Feinschmecker-Lebensmitteln. Die Esskastanien enthalten pro 100 Gramm nur 1.5 Gramm Fett, deutlich weniger als Nüsse mit durchschnittlich 50 Gramm Fett. Marroni habe dafür mit rund 40 Gramm pro 100 Gramm viermal so viele Kohlenhydrate wie Nüsse. Sie enthalten zudem viele Mineralstoffe, Vitamine, hochwertige Eiweisse und Nahrungsfasern. Ausserdem sind sie glutenfrei, wodurch sie in einer glutenfreien Ernährung gut eingebunden werden können.

Neben dem bekannten Genuss von gebackenen Marroni werden aus den Esskastanien vielfach auch Cremes, Vermicelles oder Puddings gezaubert. In der pikanten Küche eignen sich Esskastanien hervorragend als Zutat für Ihre Gemüse-, Wild-, Fleisch- oder Pilzgerichte. Sie können die Marroni auch für Suppen verwenden.

Sie können zudem kleingehackte und geröstete Esskastanien als Kaffeeersatz verwenden. Oder probieren Sie einmal Kastanienmehl aus, Sie können es zum Backen und Andicken von Saucen nutzen.

Sind sie gerade auf den Geschmack gekommen? Dann lesen Sie hier, wie sie heisse Marroni aus dem eigenen Ofen herstellen und geniessen können.

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