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Muskatnuss

Woher kommt die geheimnisvolle Nuss? Was ist drin und wofür kann man sie in der Küche verwenden?

Nicht nur zu Kartoffelstock und Fondue ein Genuss: Muskatnuss ist auch für Süsses einsetzbar.
Kategorie:
Autor:
Tanja Mentha

Vier Gramm Muskatnuss, das ist etwa eine halbe Nuss, kann bei einem Erwachsenen bereits Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Symptome sind Kopfschmerzen, Schweissausbrüche, Schwindel, Übelkeit und Gleichgewichtsstörungen. Bei höheren Dosen von zirka 20 Gramm (4 Nüsse) können Halluzinationen auftreten und über mehrere Tage anhalten. Von Todesfällen wurde nur selten berichtet. Für Kinder reichen 4 Gramm, also eine halbe Nuss, um gefährlich zu sein.

Die Muskatnuss kommt ursprünglich von den Banda-Inseln und den Molukken, zwei indonesische Inselgruppen. Heute wird sie auch in anderen Teilen Asiens sowie in Südamerika und Afrika kultiviert. Hauptexportland ist Grenada. Der Muskatnussbaum ist ein immergrünes Gewächs und kann bis zu 18 Meter hoch werden.

Im 16. Jahrhundert wurde die Muskatnuss als Gold Ostindiens bezeichnet. Die Briten tauschten sogar die kleine ostindische Insel Run gegen die viel grössere Insel Manhattan an der Ostküste Nordamerikas mit den Niederländern, weil Run reich an Muskatnüssen war.

Die Muskatnuss, die wir als Gewürz brauchen, ist der Samen der Balgfrucht, die am Muskatnussbaum wächst. Neben der Funktion als Gewürz wird Muskatnuss als Aphrodisiakum zur Belebung und Steigerung der Libido sowie als Hypnotikum, also Betäubungsmittel verwendet. Der Stoff, der dafür verantwortlich ist, heisst Myristicin. Damit die Wirkung als Droge spürbar wird, müssten etwa 15g aufs Mal eingenommen werden. Das sind etwa 3 bis 4 gemahlene Nüsse aufs Mal – also eine stolze Menge! Da der Muskat-Geschmack eher Brechreiz erregt, hat sich die Muskatnuss nicht als Droge etabliert.

In der traditionellen indonesischen Medizin wird Muskatnuss gegen Verdauungskrankheiten und -beschwerden sowie gegen Hauterkrankungen eingesetzt. Die wärmende Wirkung kurbelt die Verdauung an und wirkt durchblutend. Heute finden Sie Muskatnuss in Erkältungs-Balsamen, Rheumacremen, Halspastillen und Massageölen. Zwei bekannte Mittel, die Muskatnuss enthalten, sind Klosterfrau Melissengeist und Vicks VapoRub.

In der Küche ist die Nuss unbedenklich einsetzbar. Muskatnuss schmeckt traumhaft in Saucen und Gebäcken. Die Mengen sind im Milligrammbereich und verursachen keine unerwünschten Wirkungen - auch nicht bei Kindern. Die Einsatzgebiete erstrecken sich jedoch weiter. Versuchen Sie Gemüse wie Blumenkohl oder Spinat mit Muskatnuss zu würzen oder geben Sie ihrem Kaffee oder Tee ein würziges Aroma.

Kaffee mit Muskatnuss:

  • 1 dl Espresso
  • 1 TL Zucker
  • 1 dl Milchschaum
  • 1 Messerspitze Zimt
  • 1 Messerspitze frisch geriebene Muskatnuss
  • Süssen Sie den Espresso mit Zucker und geben Sie den Milchschaum vorsichtig dazu. Am Schluss bestäuben Sie Ihren Kaffee mit Zimt und Muskatnuss.

En Guete

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