Gesundheit

Rhabarber: Gesund oder giftig?

In unserer Gesundheitstipp-Serie «Ernährungsirrtümer» nehmen wir gängige Mythen zum Thema Ernährung unter die Lupe und verraten Ihnen, was wirklich dahinter steckt. In dieser Ausgabe erfahren Sie, was es mit dem Gift im Rhabarber auf sich hat.

Rhabarber-Zeit
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Autor:
SWICA

Ob als pikante Eintopf-Einlage oder als süsser Kompott zum Griessköpfli, Rhabarber ist im Frühling wieder in aller Munde. Die grün-roten Blattstiele werden in der europäischen Küche zwar oft in Kombination mit Früchten und Beeren zu süssen Gerichten verarbeitet, zählen botanisch aber zum Gemüse. Sie enthalten bis zu 95% Wasser und sind entsprechend zucker-, fett- und kalorienarm, dafür aber reich an lebenswichtigen Mineralien wie Kalium und Vitaminen.

Oxalsäure führt zu Kalziumabbau
Handelt es sich bei Rhabarber also um den perfekte Diätsnack, der zum hemmungslosen Schlemmen einlädt? Nicht ganz. Denn die alte Bauernregel, dass Rhabarber, der nach dem 24. Juni (Johannistag) geerntet wird giftig ist, stammt nicht von ungefähr: Tatsächlich verdankt der Rhabarber seinen fruchtig-sauren Geschmack einer nicht unerheblichen Menge an Oxalsäure, die in grossen Mengen konsumiert zu Kalziumabbau, Harnsteinbildung und im Extremfall zu Vergiftungserscheinungen führen kann.

Junger Rhabarber ist unbedenklich
Dass der alleinige Genuss von Rhabarber-Gerichten krank macht, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Ein Erwachsener kann im Schnitt bis zu 5 Gramm Oxalsäure zu sich nehmen, ohne dabei seine Gesundheit zu gefährden. Der Oxalsäure-Gehalt von Rhabarber ist mit 0,2 bis 0,5 Gramm pro 100g rohem Gemüse also eher gering. Zumal die Säure vorwiegend in der der Rhabarberhaut steckt, kann deren Gehalt deutlich reduziert werden, indem die Stangen vor dem Verzehr geschält oder gekocht werden. Dabei gehen aber auch wasserlösliche Vitamine und Mineralstoffe verloren. Ferner empfiehlt es sich, jungen Rhabarber, der zu Saisonbeginn geerntet wurde zu bevorzugen, da dieser wesentlich weniger Oxalsäure enthält als ältere, reife Stangen gegen Ende der Erntezeit. Wer sich also an die Bauernregel hält, Rhabarber möglichst früh (von Anfang April bis Mitte Juni) zu geniessen und ihn nicht gleich in rauen Menge verzehrt, kann im Grunde bedenkenlos zugreifen.

Ausnahme: Schwangere und Kinder
Personen mit erhöhtem Kalziumbedarf wie Schwangere, Stillende, Säuglinge und Kleinkinder sowie Personen, die zu Harnsteinen neigen, sollten Rhabarber sicherheitshalber nur in kleinen Mengen geniessen und ihn idealerweise mit kalziumreichen Nahrungsmitteln wie Joghurt oder Quark kombinieren, um einem möglichen Kalziumverlust vorzubeugen.

Feine Rezeptideen mit Rhabarber sowie hilfreiche Tipps und Tricks zur Zubereitung finden Sie unter www.essen-und-trinken.de/rhabarber/

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