Psychologie

Sagen Sie NEIN

… wenn Sie NEIN meinen

Wenn ein JA nicht gut tut
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Kennen Sie das? Natürlich gibt es immer wieder Situationen, in denen ein anderer dringend Ihre Hilfe braucht. Aber sind das diese alltäglichen Momente, in denen eine Bekannte Ihre Hilfe beim Umzug braucht. Oder wenn ein Freund einen Fahrer braucht, um einkaufen zu gehen. Oder wenn ihre Schwester gerade sehr froh wäre, wenn Sie ihr die Kinder für ein Wochenende abnehmen könnten. Und obwohl Sie keine Lust haben oder Ihre Zeit für Musse oder Freizeit hergeben müssten, sagen Sie prompt einfach JA. Kurz nach dem JA merken Sie, wie es in Ihrem Magen rumort, wie Sie sich ärgern oder traurig werden. Und das nur, weil Sie die Bedürfnisse anderer über die Ihren gestellt haben.

 

Warum können wir nicht NEIN sagen?
Den ersten Kontakt mit dem Wort NEIN hatten wir alle als Kleinkinder. Wenn wir mit dem Essen gespielt haben, die Dekoration vom Tisch gezogen haben oder die Treppe hinab krabbeln wollten. Immer hiess es NEIN von unseren Eltern. Was damals meist berechtigt war.
Später wurde ein NEIN zum Zimmeraufräumen, nicht aufzuessen, oder etwas Aufgetragenes nicht zu erledigen wörtlich bestraft. Klassisch wurde zum Beispiel das Wetter wegen dem halb aufgegessenen Teller nicht schön.
Wir alle lernen durch unsere Umwelt. So lernen wir, ein Verhalten, das negative Konsequenzen herbeiführt,wegzulassen. Diese Einstellungen nehmen wir mit in unser Erwachsenenalter. So auch die Haltung, dass ein NEIN Tadel oder unangenehme Konsequenzen für uns haben könnte.

 

Was sind Ihre Motivatoren, ständig JA zu sagen?
Wieso wir immer JA sagen, hat einen Grund. Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit und denken Sie an die letzten zwei oder drei Situationen, in denen Sie JA sagten, aber NEIN meinten. Was war der Grund für das JA?

  • Sie wollten akzeptiert und gemocht werden.
  • Sie wollten ein NEIN nicht rechtfertigen.
  • Sie versprachen sich etwas davon, wenn Sie JA sagen.
  • Sie fürchteten, ein NEIN sei unhöflich.
  • Sie wollten Diskussionen, Streit oder unangenehme Reaktionen vermeiden.
  • Sie hielten sich bei einem NEIN für egoistisch.
  • Sie hatten Angst, nicht mehr gefragt zu werden.
  • Sie hatten Bedenken, dass Sie die fragende Person verstossen könnte.
  • Sie hätten jemanden sehr enttäuscht mit einem NEIN.

Lernen Sie, NEIN zu sagen

  • Wie reagieren Sie, wenn Sie ein NEIN erhalten? Versuchen Sie diese „Ablehner“ umzustimmen? Akzeptieren Sie ein NEIN? Wenn Sie ein NEIN akzeptieren können, dann trauen Sie es auch anderen zu.
  • Fragen Sie sich, weshalb Sie nicht NEIN sagen können. Finden Sie die Antwort unter den aufgelisteten Motivatoren oder gibt es einen ganz anderen Grund?
  • Bitten Sie um Bedenkzeit. Sagen Sie nicht gleich JA, sondern sagen Sie, dass Sie über die Bitte nachdenken möchten. Meist sagen wir aus einem Impuls heraus JA und überlegen uns erst im Nachhinein, was unsere Antwort für uns bedeutet.
  • Was kostet Sie ein JA? Fragen Sie sich: können Sie Ihre ToDo’s noch erledigen? Wo stecken Sie für andere zurück?
  • NEIN sagen ist erlaubt. Es ist Ihr gutes Recht, auch einmal keine Zeit zu haben! Versuchen Sie es und Sie werden überrascht sein, dass es bei jedem Mal ein bisschen leichter über die Lippen kommt.
  • Auf die sanfte Art NEIN sagen: Seien Sie bei Ihrem NEIN sachlich und ruhig. Wenn es Ihnen hilft, begründen Sie Ihr NEIN, seien Sie dabei aber absolut ehrlich. Bedanken Sie sich, dass die fragende Person an Sie gedacht hat. Vielleicht ja beim nächsten Mal.

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