Saubers unterwegs

Sauber gerockt - der Honda New Jazz Hybrid

Honda preist seinen New Jazz Hybrid als das erstes hybrid angetriebenes Stadtauto an. Familie Sauber testete, ob auch ein Quäntchen Familientauglichkeit im New Jazz vorhanden ist.

"Grün" und schnittig: Der New Jazz Hybrid.
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Autor:
Beat Sauber

 

Beats Männermeinung:

Jazz ist ein komplexes Thema. Das Spektrum von Musik, das irgendwie dem Schlagwort Jazz untergeordnet werden kann, ist enorm gross. Jazz ist einfach, komplex, melodiös, abstrakt und so weiter. Vieles ist Jazz. Viele mögen Jazz. Und viele sagen, sie mögen Jazz, weil es cool ist, Jazz zu mögen.

Den New Jazz von Honda darf man durchaus mögen. Und wie die übergross definierte Musikrichtung, vereint auch er eine ganze Menge an unterschiedlichen Ausprägungen unter einem Dach. Angetrieben wird das «Stadtauto», wie Honda den Jazz nennt, wahlweise durch zwei unterschiedlich starke Benzinmotoren (1.2 Liter mit 90 PS oder 1.4 Liter mit 100 PS) oder aber – und so durften wir den Jazz testen – in einer Hybridversion, die einen 1,3 Liter-Benziner (88 PS) mit einem 14-PS-Elektromotor verknüpft. Aufgrund des leistungsmässig sehr dominanten Verbrennungsmotors sprechen Fachleute von einem Mildhybrid. Konkret geht es bei einem Mildhybrid einzig darum, die Schadstoffwerte des Benzinmotors zu reduzieren. Denn rein elektrisch kann nicht gefahren werden. Der Jazz ist der erste «Stadtwagen», oder eben Kleinwagen, in dem dieses Antriebsmodell zum Einsatz kommt.

Bereits nach den ersten Kilometern war klar: Der Honda New Jazz ist ein solider, «gmögiger» Kleinwagen. Neben dem neuartigen Antriebskonzept setzt er auf Bewährtes: Dynamisches Design und eine immense Variabilität im Innenraum, wie man sie sonst nur von Minivans kennt: Fast alle Möbelteile im New Jazz lassen sich individuell verstellen, umklappen, verschieben. Der ausreichende, aber nicht fulminante Kofferraum lässt sich so mit wenigen Handgriffen massiv und sehr praktisch erweitern. Wunderbar war das sehr grosse Panoramadach. Es erstreckte sich fast über die gesamte Dachfläche, so dass die Kinder prima irgendwelchen Vögeln oder Flugzeugen nachschauen können. Dem leider nicht mehr ganz so neugierigen Fahrpersonal verschaffte das Panoramadach ein Gefühl von Transparenz und Freiheit, das fast etwas an Cabriolets erinnerte. Aber dann doch nur fast.

 

"Der Ehrgeiz des New Jazz Hybrid besteht darin, in verschiedener Hinsicht grösser zu sein, als es seine Aussenmasse glauben lassen."

 

Vor einigen Monaten konnten wir bereits den grösseren Bruder des New Jazz Hybrid testen, den Honda Insight. Und obwohl es sich hierbei um ganz unterschiedliche Autos handelt, stellte ich sogleich eine Gefühlsparallele fest. Gleich wie beim Insight ist nämlich auch beim New Jazz die Geschwindigkeitsanzeige mit farbigen Leuchten hinterlegt, die, je nachdem, ob man mehr oder weniger ökologisch unterwegs ist, grün oder blau erstrahlen. Was schon damals galt, gilt auch heute noch: Die Kategorien «nicht ökologisch» und «ökologisch» sind in der heutigen automobilen Welt natürlich Augenwischerei. Will man ehrlich sein, spricht man von «ein bisschen schmutzig» und «ein bisschen weniger schmutzig». Spannend dennoch: Die der Fahrweise angepasste Lichtfarbe motivierte mich, so «wenig schmutzig» wie möglich unterwegs zu sein. Es verlangte nach einiger Übung, von einer Ampel weg zu beschleunigen, ohne dass die Farbe ins Blaue wechselte. Ist der Ehrgeiz einmal angestachelt, kann er durchaus sinnvolle Formen annehmen, finde ich.

Der Ehrgeiz des New Jazz Hybrid besteht darin, in verschiedener Hinsicht grösser zu sein, als es seine Aussenmasse glauben lassen. Die Familie und das Alltagsgepäck fanden immer einen Platz. Mit weniger als fünf Litern Durchschnittsverbrauch kann zudem von einer respektablen Genügsamkeit gesprochen werden. Die Grossfamilie auf Abenteuerurlaub wird aber nicht auf New Jazz stehen, denn irgendwann ist das Volumen dann doch aufgefüllt. Im Alltag kann man jedoch durchaus laienhaft und unfachmännisch sagen: New Jazz rockt. Vor allem hybrid.

 

 

 

Esthers Frauenmeinung:

Der Honda Jazz war unser zweiter Hybrid. Und dieser überzeugte mich überraschenderweise als salonfähige, etwas umweltfreundlichere Variante im Alltag. Dies war sicher vorwiegend auf die Kraft des Motors zurückzuführen, denn unser Testwagen konnte hier locker mithalten. Der Jazz ist weltweit das erste Stadtauto mit hybridem Benzin-/Elektroantrieb und darf sich meiner Meinung nach sehen lassen.

Auch sonst überraschte mich der Jazz Hybrid positiv. Er bot mehr Platz, als ich ihm auf den ersten Blick zutraute. Sowohl auf den Vordersitzen als auch hinten zwischen den Kindern konnte man bequem fahren. Und hatte dabei nicht das Gefühl, in einem Kleinwagen zu sitzen.

 

"Noch gigantischer wird das Fahrgefühl mit dem optional erhältlichen Panoramadach. Dieses erstreckt sich beinahe über die ganze Fahrzeuglänge."

 

Mit Leichtigkeit liessen sich die Rücklehnen unabhängig voneinander nach vorne umlegen und schafften so eine grosse, ebene Ladefläche. Doch auch wenn alle 5 Sitzplätze in Betrieb waren, konnte sich der Kofferraum sehen lassen. Grosseinkäufe konnte ich immer spielend leicht verstauen, was bei einem Ladevolumen von 300 Litern nicht erstaunlich ist.

Der Wagen ist sehr kompakt und deshalb wendig zu fahren. Die komfortable Federung schluckt fast alle Unebenheiten der Strassen. Dies empfand ich als sehr angenehm. Mit den riesigen Windschutzscheiben und den grossen Dreiecksfenstern unter der A-Säule hat man einen fantastischen Blick hinaus. Noch gigantischer wird das Fahrgefühl mit dem optional erhältlichen Panoramadach. Dieses erstreckt sich beinahe über die ganze Fahrzeuglänge. Der Jazz Hybrid ist gar nicht so klein – aber umso oho!

 

Der Honda New Jazz Hybrid, das innovativ angetriebene Stadt-, Land- und/oder Kleinfamilienfahrzeug, ist ab 25'000 Franken zu haben. Weitere Informationen und Technische Angeben finden sich hier.

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