Ernährung

Steckbrief: Chinin

Der Stoff für Bitterkeit-Liebhaber

Wer's bitter mag, liegt damit richtig
Kategorie:
Autor:
Natalie Zumbrunn

In der Medizin  wird Chinin eingesetzt, um Malaria sowie nächtliche Wadenkrämpfe zu behandeln. Im Lebensmittelbereich kommt es als Geschmacksstoff zum Einsatz. Sie finden es in alkoholfreien Erfrischungsgetränken wie Bitter Lemon und Tonic Water, Trinkbranntweinen und weinhaltigen Getränken.

Höchstmenge
Bittergetränke enthalten bis zu 0.1 g Chinin pro Liter. Als tödliche (oder höchste) Chinin-Dosis gelten für herzgesunde Erwachsene 5-10 g und für Kinder 1-2 g. Für Erwachsene mit Herzproblemen ist eine Aufnahme von 2 g Chinin lebensbedrohlich. In grösseren Mengen konsumiert, können chininhaltige Getränke bei bestimmten Personengruppen gesundheitlich problematisch sein. Das gilt für Personen mit

  • Tinnitus,
  • Vorschädigungen des Sehnervs,
  • Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase-Mangel oder
  • einer Überempfindlichkeit gegenüber Chinin oder Cinchona-Alkaloiden.

Leiden Sie unter Herzrhythmus-Störungen oder nehmen Sie Medikamente, die mit Chinin Wechselwirkungen zeigen, so nehmen Sie eine Rücksprache mit Ihrem Arzt. Zu solchen Arzneimittel gehören Muskelrelaxantien und Antikoagulantien (Gerinnungshemmer). Es empfiehlt sich, dass Schwangere vorsorglich auf den Konsum chininhaltiger Getränke zu verzichten.

Geschichte
Früher setzten Leute wegen des enthaltenen Chinins die Chinarinde als Medikament gegen Fieber ein. Chinarinde bezeichnen wir auch als Fieberrinde. Im Jahr 1820 isolierten Pierre Joseph Pelletier und Joseph Bienaimé Caventou den Wirkstoff. Vor dem 2. Weltkrieg produzierten die Hersteller jährlich 1500 Tonnen Chinin. Nach dem 2. Weltkrieg hatte das Chinin eine wirtschaftliche und medizinische Bedeutung. Die Chinarindenbaum-Plantagen zu vernichten war ein Kriegsmittel. Im Wappen der Nationalflagge von Peru sehen Sie einen Chinarindenbaum abgebildet. Damals nahmen Schwangere Chinin wegen seiner stimulierenden Wirkung auf die Uterusmuskulatur als wehenförderndes Mittel. In diesem Zusammenhang haben Leute Chinin auch als Abortivum (Abtreibungsmittel) missbraucht. Aufgrund der Aufnahme sehr hoher Dosen führte es zum Tod der Mutter.

Herkunft
Das Alkaloid Chinin ist ein weisses, wasserunlösliches, kristallines Pulver. Die Hersteller gewinnen es aus der Rinde des Chinarindenbaumes (Cinchona pubescens). Es bietet einen charakteristisch bitteren Geschmack. Der Chinarindenbaum gehört zu der Familie tropischer Rubiaceae (Rötegewächse). Bei diesem Baum handelt sich um einen immergrünen Baum, der über 10 Meter hoch werden kann.

Fazit
In massvollen Mengen können Sie sich gerne chininhaltige Getränke schmecken lassen.

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