Essen & Kochen

Strudel – Füllung in hauchdünnen Teig gepackt

Egal ob pikant oder süss, warm oder kalt. Eine aromatische Füllung versteckt in einem hauchdünnen Teig sorgt für eine Überraschung bei Gross und Klein.

Der feine Strudelteig umhüllt süsse sowie pikante Füllungen.
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Strudel ist eine gefüllte, gerollte und gebackene Teigrolle, welche an einen Wasserwirbel erinnert. Eine geschichtliche Erzählung besagt, dass die Mehlspeise zuerst im Habsburgerreich bekannt war, im 16. Jahrhundert zur Österreichischen Nationalküche in Wien gelangte und anschliessend international verbreitet wurde. Einem anderen Bericht zur Folge heisst es, dass der Strudel ursprünglich Façon genannt wurde und aus der Türkei stammt. Diese gefüllte Teigrolle wurde vor dem Backen spiralförmig in eine runde Form gelegt und gebacken. Börek, wie das Gebäck heute in der Türkei genannt wird, fand so den Weg über Ungarn nach Wien. Welche Geschichte der Wahrheit entspricht, können wir nicht sagen. Was wir jedoch wissen, dass es viele Strudelrezepte gibt und der Apfel- sowie Topfenstrudel zu den bekanntesten in Österreich gehören.

Strudel unterscheiden sich allerdings nicht nur in der Füllung, sondern auch in der Teigart. So gibt es den klassischen Mehlstrudel mit süssen oder salzigen Füllungen. Der Teig wird hergestellt aus Mehl, Wasser und wenig Öl. Weiter gibt es den Quarkstrudelteig. Dieser enthält Mehl, Quark und Fett, alles im Verhältnis eins zu eins. Im Gegensatz zum klassischen Mehlstrudelteig klebt der Quarkteig er weniger beim Auswallen, lässt sich nachher jedoch nicht gleich dünn ausziehen. Der Kartoffel-Strudelteig enthält Mehl, Ei, Fett und gedämpfte Kartoffeln. Dieser kann ebenfalls nicht so hauchdünn ausgezogen werden wie der klassische Mehlteig und wird nur für pikante Strudel verwendet. Mit einer Gemüse-Hackfleischfüllung und einem bunten Salat dazu ergibt dies jedoch eine ausgewogene, abwechslungsreiche Mahlzeit.

Für die Zubereitung eines klassischen Strudelteigs für süsse oder pikante Füllungen geben Sie 250 Gramm Mehl mit einem halben Teelöffel Salz in eine Schüssel geben. Vermischen Sie es und bilden Sie in der Mitte eine Mulde. Geben Sie 1,5 Deziliter Wasser, je einen Esslöffel Öl und einen Esslöffel milden Apfel- oder Kräuteressig in die Mulde. Von der Mitte aus verrühren Sie das Ganze und verkneten es zu einem Teig. Je länger Sie den Teig kneten, desto besser verbindet sich das Eiweiss im Mehl. Durch die gute Bindung können Sie den Teig später besser und dünner ausziehen. Den geschmeidigen Teig mit der glatten Oberfläche legen Sie bei Raumtemperatur unter eine mit heissem Wasser ausgespülte Schüssel und lassen ihn ungefähr 30 Minuten ruhen. Nach dieser Zeit geben Sie den Strudelteig auf ein sauberes und leicht bemehltes Küchentuch und wallen ihn sehr dünn aus. Dann gehen Sie mit den Händen unter den Teig und ziehen ihn vorsichtig so dünn aus, dass Sie Zeitung hindurch lesen könnten. Die Ränder ziehen Sie - ebenfalls möglichst dünn - aus. Vor dem Befüllen bestreichen Sie den Teig mit etwas Öl oder flüssiger Butter, geben die Füllung darauf, rollen den Strudel ein und backen ihn.

Natürlich können Sie auch bereits fertig ausgezogenen Strudelteig im Grossverteiler kaufen. Dieser ist sehr dünn und weniger elastisch als der hausgemachte. Ebenfalls trocknet er sehr schnell aus, wenn er ausgepackt auf die Weiterverarbeitung wartet. Vor dem Befüllen muss bei der Verwendung eines Fertig-Strudelteiges mehr Öl oder Butter verwendet werden. Sonst ist er nicht so gut formbar und reisst schneller. Allfällige Löcher können beim Fertigteig kaum geflickt werden. Somit lohnt es sich, einen hausgemachten Strudelteig zu verwenden.

Rezeptideen für süsse sowie pikante Strudel finden Sie nächste Woche auf dieser Seite.

Viel Spass beim Ausprobieren eines hausgemachten Strudelteiges.

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