Ernährung

Zucker

Ein Vitamin- und Kalziumräuber- stimmt das?

Mangelrisiko für Naschkatzen?
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Dass Zucker schnelle Energie liefert, haben Sie bestimmt auch schon festgestellt. Doch ist es möglich, dass die kleinen süssen Kristalle sich unserer Vitamine- und Kalziumvorräte wegschnappen?

Der handelsübliche Haushaltszucker besteht aus zwei Einzelzuckern. Im Fachjargon werden diese Einzelzucker Glukose und Fruktose genannt. Eine Glukose bildet zusammen mit einer Fruktose einen Zweifachzucker. Sowohl Schweizer Rübenzucker als auch Rohrzucker aus dem Ausland besteht aus diesen Zweifachzuckern. Im Darm werden Glukose und Fruktose voneinander getrennt, weil der Körper nur Einzelzucker aufnehmen kann. Ein sogenanntes Enzym ist für diese Trennung verantwortlich. Es benötigt dazu lediglich ein Wasserteilchen. Wenn die Glukose von der Fruktose getrennt ist, wanden beide Einzelzucker ins Blut. Vom Blut gelangt die Glukose in eine beliebige Zelle.

In der Zelle kommt das Vitamin ins Spiel. Über mehrere Schritte wird die Glukose in noch kleinere Teilchen zerlegt. Einer dieser Schritte benötigt Vitamin B1 (Thiamin). Das Vitamin geht dabei aber nicht verloren. Bereits im nächsten Schritt wird es wieder frei und steht dem Körper wieder zur Verfügung.

Damit ist schon mal sichergestellt, dass Zucker kein Vitaminräuber ist. Doch wie sieht es mit dem Kalzium aus?

Kalzium ist vor allem dafür bekannt, dass es Knochen und Zähne stärkt. Tatsächlich ist der grösste Teil des Kalziumgehalts in unserem Körper in den Knochen und Zähnen eingelagert. Nur 1% des Gesamtbestandes befindet sich in gelöster Form zwischen und in unseren Zellen. Dort übernimmt Kalzium verschiedene lebensnotwendige Rollen. Doch wie auch das Vitamin B1 kann Kalzium nach einer Reaktion wieder verwendet werden. Da der Körper hervorragend darauf spezialisiert ist, alles zu recyceln, ist der Verlust von Kalzium erst nach der Ausscheidung definitiv. Dass Zucker ein Kalziumräuber sein könnte, ist auf eine ältere Studie zurückzuführen. 1962 führte ein japanischer Forscher einen Versuch mit Kaninchen durch. Er mischte den Tieren täglich eine bestimmte Menge an Zucker ins Futter. Nach 146 Tagen stellte er fest, dass die Knochen der kleinen Nager weicher wurden. Heute ist klar, dass die Knochenerweichung eher die Folge eines Vitamin D Mangel war und nicht mit dem Zucker in Verbindung gebracht werden kann.

Zucker raubt Ihnen somit weder Vitamine noch Kalzium. Er liefert Ihnen aber auch weder das eine noch das andere. Das kleine weisse Kristall sorgt hauptsächlich für schnelle Energie und versüsst uns das Leben.

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