Gesundheit

Endometriose: Wenn die Gebärmutterschleimhaut am falschen Ort wuchert

In der Schweiz ist rund jede zehnte Frau von Endometriose betroffen. Was es damit auf sich hat, welche Beschwerden auftreten können und wie man sie behandelt, erklären wir im Gesundheitstipp.

Endometriose
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SWICA Gesundheitsorganisation

Bei der Endometriose bilden sich «Inseln» von Gebärmutterschleim-haut ausserhalb der Gebärmutter. Meist ist dies in der Bauchhöhle, an den Eierstöcken, Eileitern oder an anderen Organen wie Blase oder Darm der Fall. Es kann jedoch auch vorkommen, dass solche kleinen «Inseln» in der Nase auftauchen. Wie die Gebärmutter-schleimhaut dort hinkommt, ist unklar.
 

Welche Probleme können entstehen?

Die Gebärmutterschleimhaut ist hormonsensitiv und baut sich normalerweise während des weiblichen Zyklus auf, um eine befruchtete Eizelle aufnehmen zu können oder im Rahmen der Menstruation abgestossen zu werden, wenn es zu keiner Befruchtung gekommen ist. Auf die hormonelle Stimulation reagieren auch die Gebärmutterschleimhautzellen, die sich ausserhalb der Gebärmutter befinden. Dies ist nicht immer angenehm, vor allem nicht während der Monatsblutung, wenn auch diese Zellen untergehen und Blut absondern. «Die Zellreste und das Blut können in der Bauchhöhle zu Schmerzen oder Verklebungen führen oder in der Nase zu monatlichem Nasenbluten. Manchmal ist aber nicht das das Problem, sondern dass die «Zell-Inseln» irgendwo sitzen, wo sie mechanisch stören oder einen Durchgang behindern», erklärt Silke Schmitt Oggier, medizinische Leiterin bei santé24. Dies könne beispielsweise an den Eileitern oder in der Gebärmutterwand vorkommen.


Die Zellreste und das Blut können in der Bauchhöhle zu Schmerzen oder Verklebungen führen oder in der Nase zu monatlichem Nasenbluten.

Silke Schmitt Oggier, medizinische Leiterin von santé24

 

Beschwerden und Diagnose

Einige Patientinnen haben keinerlei Beschwerden und werden erst im Rahmen einer Kinderwunschabklärung mit der Krankheit Endometriose konfrontiert. Andere berichten von sehr starken Mensbeschwerden, von Unterleibsschmerzen auch unabhängig von der Periode, oder von Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlösen oder beim Stuhlgang.

Bei typischen Symptomen wird nach Endometriose in der Familie gefragt, etwa bei der Mutter oder Schwester. Nach einer eingehenden gynäkologischen Tastuntersuchung kann eine Ultraschalluntersuchung, am besten über die Scheide, wertvolle Informationen liefern. Damit können oftmals grössere Endometrioseinseln, Zysten oder Verklebungen erkannt werden. Auch Harnleiter und Nierenumgebung sollten untersucht werden. Anschliessend wird in den meisten Fällen zusätzlich eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) über den Nabel durchgeführt, um die Befunde genauer anzusehen und um Gewebeproben zu entnehmen, mit denen eine genauere Klassifizierung des Schweregrads der eigentlich gutartigen Erkrankung möglich ist.
 

Behandlungsmethoden

Die Behandlung richtet sich nach den Symptomen. Bei Schmerzen versucht man in erster Linie eine medikamentöse Therapie. Diese besteht aus einer Mischung von Schmerzmitteln und hormonell wirksamen Medikamenten wie Verhütungspillen oder anderen zyklusregulierende Substanzen. Die medikamentöse Therapie kann die Endometriose allerdings nicht heilen, sondern nur beruhigen.

Bei unerfülltem Kinderwunsch infolge von Endometriose kann eine Verbesserung der Schwangerschaftschancen nur über eine möglichst sanfte operative minimal-invasive Entfernung der störenden Endometrioseherde erreicht werden. Ein solcher Eingriff kann helfen, auf natürlichem Weg schwanger zu werden und erhöht auch die Erfolgsrate bei künstlicher Befruchtung.

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