Gesundheit

Hilfe, mein Baby schielt!

In den ersten Lebensmonaten können Neugeborene vermehrt schielen. Für viele Eltern ist das im ersten Moment ein Schock. Wieso Schielen bei Babys vorkommen kann und wann es sinnvoll ist den Kinderarzt zu kontaktieren, erklären wir im Gesundheitstipp.

Hilfe, mein Baby schielt!
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SWICA Gesundheitsorganisation

Schatz, unser Baby schielt! Wenn ein Elternteil diese Aussage tätigt, machen sich schlagartig Sorgen breit. Man möchte ja nicht, dass sein Kind im späteren Leben deswegen beeinträchtigt ist oder gar gehänselt wird.
 

Wieso schielen viele Babys?

Grund für das Schielen ist die noch mangelnde Koordination beider Augen durch das Gehirn und die noch nicht ausgeprägte Fixierung von Gegenständen mit der Mitte der Augen-Netzhaut. «Das beidäugige Sehen und Fixieren ist für die Augenmuskeln zu Beginn relativ anstrengend. Deshalb kann es vorkommen, dass Babys schielen, wenn sie sehr müde oder beispielsweise nach dem Stillen sehr entspannt sind», erklärt Dr. med. Silke Schmitt Oggier, Medizinische Leiterin bei santé24 und Kinderärztin. Wenn in diesen Situationen ein Schielen (vor allem einwärts in Richtung der Nase) auffällt, das Baby aber sonst gut beidäugig fixiert und dem Blick folgt, ist das wahrscheinlich in den ersten Lebensmonaten altersbedingt normal.
 

Wann wird der Gang zum Arzt notwendig?

Bei Babys mit speziellen Risiken, also Schielen in der Familie, Frühgeburtlichkeit oder Entwicklungsauffälligkeiten sollte man aber jedes Schielen ernst nehmen und abklären lassen. Manchmal sieht man auf Fotos mit Blitzlichtreflex in den Pupillen, ob der Reflex gleichmässig ist oder bei beiden Auge an unterschiedlichen Stellen auftritt. Ist ein Unterschied erkennbar, sollte man den Arzt darauf ansprechen.

 

"Das beidäugige Sehen und Fixieren ist für die Augenmuskeln zu Beginn relativ anstrengend. Deshalb kann es vorkommen, dass Babys schielen, wenn sie sehr müde oder beispielsweise nach dem Stillen sehr entspannt sind."

Dr. med. Silke Schmitt Oggier, Medizinische Leiterin bei santé24 und Kinderärztin

 

Mögliche Spätfolgen und Therapie

Wenn ein Kind schielt, entstehen im Gehirn zwei unterschiedliche Bilder, die nicht zueinander passen und nicht zu einem Bild zusammengesetzt werden können. Das Gehirn behilft sich, indem es einfach ein Bild ausschaltet und nur noch jenes des gerade sehenden Auges verwendet. Wenn das schielende Auge dann nicht mehr benutzt wird, wird seine Sehkraft immer schlechter.

Es besteht jedoch die Möglichkeit ein schielendes Auge zu therapieren. Ein Teil der Behandlung besteht in einer spezifischen Brillenkorrektur. Der andere darin, das schielende Auge zu trainieren. Möglich ist das beispielsweise, indem man das gesunde Auge abklebt oder das Sehen mit speziellen Augentropfen vorübergehend erschwert. So muss das schielende Auge benutzt werden und kann so seine Sehkraft erhalten oder sogar zurückgewinnen. Eine solche Behandlung kann aber mehrere Jahre dauern. So lange, bis sich die Sehschärfe des schwächeren Auges ausreichend verbessert hat. Ein bleibender Schielwinkel lässt sich anschliessend operativ korrigieren.

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