Gesundheit

Der Schwangerschaftsdiabetes

Der erhöhte Blutzucker während der Schwangerschaft

Die Diagnose kann ganz schön erschrecken!
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Eine Schwangerschaft ist ein freudiges und spannendes Ereignis für die werdenden Eltern und deren Umfeld. Im Zentrum stehen das ungeborene Kind und dessen Gesundheit. Eine sehr unerwartete und zu Beginn erschreckende Nachricht kann während dieser Intensiven Zeit die Diagnose eines Schwangerschaftsdiabetes sein. In 10 bis 15% der Schwangerschaften wird ein Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert. Behandeln Sie Ihren Schwangerschaftsdiabetes gut, so besteht keinen Grund, dass Ihrem Baby etwas geschieht.

 

Ein Schwangerschaftsdiabetes besteht dann, wenn der Blutzuckerwert während der Schwangerschaft das erste Mal erhöht ist. Für die erhöhten Zuckerwerte trifft Sie als Mutter keine Schuld. Die Veränderungen Ihres Hormonspiegels während der Schwangerschaft und Ihre Genetik sind dafür verantwortlich.

 

Alle Kohlenhydrat-Quellen gelangen über unser Essen in den Verdauungstrakt, werden dort zu Zucker abgebaut und gelangen von da in das Blut. Fette, Eiweisse, Vitamine, Nahrungsfasern und Mineralstoffe verändern den Blutzuckerspiegel im Blut nicht. Insulin ist ein Hormon, das von unserer Bauchspeicheldrüse hergestellt wird und zur Aufgabe hat, den Zucker aus dem Blut in die Körperzellen zu befördern. Insulin wirkt wie ein Schlüssel, dass die Tür in die Zelle für den Zucker öffnen kann. In der Zelle wird der Zucker verbrannt, es entsteht Energie. Fehlt das Insulin, so bleibt der Zucker im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt an.

 

Während der Schwangerschaft benötigt Ihr Körper wegen der Hormonveränderung mehr Insulin als gewohnt. Dies kann manche Bauchspeicheldrüsen überfordern. Das bestehende Insulin reicht nicht aus um den Zucker in Ihrem Körper in die Zellen zu befördern. Es kommt zu erhöhten Blutzuckerwerten und somit zu einem Schwangerschaftsdiabetes. Ihr Blutsystem ist mit diesem Ihres Babys verbunden. Ist Ihr Blutzuckerspiegel erhöht, so gelangt der viele Zucker auch über den Mutterkuchen (Plazenta) zu Ihrem Kind. Dieses reagiert auf die hohen Werte mit der eigenen Insulinproduktion. Insulin ist nicht plazentagängig und bleibt so nur im Blutsystem Ihres Kindes. Da Insulin ein aufbauendes Hormon ist, fördert dies das Wachstum und ein vermehrter Fettaufbau. Ohne Behandlung führt dies zu schweren und übergrossen Babys.

 

Ein erhöhtes Risiko einen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln haben Frauen mit indianischer, lateinamerikanischer und asiatischer Herkunft, mit Diabetes in der Familie, mit bereits durchlebtem Schwangerschaftsdiabetes, mit Kindern mit einem Geburtsgewicht über 4000 Gramm, Übergewichtige sowie Frauen über 30 Jahre.

Zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche werden alle schwangeren Frauen in der Schweiz mit einem Glukosetoleranztest auf einenSchwangerschaftsdiabetes untersucht. Dieser Test wird während eines gynäkologischen Untersuchungstermins durchgeführt. Wichtig ist, dass Sie für die Untersuchung nüchtern sind.

 

Glukosetoleranztest – so geht’s:
Für den Glukosetoleranztest braucht es von Ihnen drei Blutentnahmen.

  • Die erste wird vor dem Test durchgeführt, um Ihren nüchternen Zuckerwert festzustellen.
  • Sie erhalten nun eine Flüssigkeit mit 75 Gramm Zucker zum Trinken. Ihr Blutzucker wird dann nach einer und nach zwei Stunden nochmals gemessen.

Diese Messungen geben Aufschluss darüber, ob Ihre Bauchspeicheldrüse fit genug ist, den Zucker nach einer kohlenhydrathaltigen Mahlzeit schnell genug aus dem Blut zu schaffen. Liegen alle Ihre Blutzuckerwerte im Normwert, so haben Sie keinen Schwangerschaftsdiabetes. Liegt jedoch einer der Werte darüber, so steht die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes fest.

Für den Glukosetoleranztest wurden Grenzwerte festgelegt, die für die Diagnose herangezogen werden. Die Grenzwerte zur Diagnose sehen wie folgt aus:

  • Nüchtern Blutzucker ≥ 5.1mmol/L,
  • für denBlutzucker 1 Stunde nach dem Zuckergetränk ≥10.0mmol/L und
  • für den Blutzucker 2 Stunden danach ≥8.5 mmol/L.

Die Behandlung des Schwangerschaftsdiabetes setzt sich in einem ersten Schritt aus einer Ernährungsumstellung und regelmässigen Bewegung auseinander. Um den Verlauf Ihrer Zuckerwerte zu überprüfen und die Behandlung optimal abzustimmen, messen Sie mehrmals täglich den Blutzucker an Ihrem Finger. Für die Handhabung der Messungen und Behandlungsmassnahmen werden Sie zu einer Diabetesfachperson und einer Ernährungsberaterin weiterverwiesen.

Der Diabetes verschwindet normalerweise schon kurz nachdem der Mutterkuchen ausgestossen wird. Fachleute empfehlen 6 Wochen nach der Geburt des Kindes eine Blutzuckerkontrolle durchzuführen und danach einmal jährlich, zum Beispiel, wenn Sie zur Jahreskontrolle zur Ihrer GynäkologIn gehen.

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