Gesundheit

Mein Kind hat ein erhöhtes Allergie-Risiko - was nun?

Hier finden Sie vorbeugende Tipps für Neugeborene und Säuglinge!

Vorbeugen kann helfen
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Zunahme der allergischen Erkrankungen
Tatsächlich steigen allergische Erkrankungen in den westlichen Industrienationen an. Es lohnt sich, einige Punkte im Bereich Ernährung ihres Nachwuchses zu berücksichtigen.

Definition des Allergie-Risikos
Das Allergie-Risiko wird in zwei Schweregrade eingeteilt:

  • Stark erhöht
    Es besteht ein Risiko von 70 %, eine allergische Erkrankung zu entwickeln, wenn ein erstgradiger Verwandter eine starke Allergie (Atopie) oder zwei erstgradige Verwandte Ihres Kindes selbst eine allergische Krankheit haben.
  • Mässig erhöht
    Das Risiko beträgt 30 %, eine Allergie zu bekommen, wenn ein erstgradiger Verwandter in der Familie Ihres Nachwuchses allergisch ist.

Zu den erstgradigen Verwandten Ihres Kindes gehören Sie als seine Mutter, sein Vater und seine Geschwister.

Die Ernährungsempfehlungen für Ihr Kind mit einem erhöhten Allergie-Risiko und für Sie als Mutter basieren auf einer ausgewogen Ernährung. Hier erfahren Sie, welchen Punkten Sie Beachtung schenken können, um das Atopie-Risiko Ihres Kindes zu verringern.

Stillen bis Ende des 6. Monats
Bis 2009 bekamen Risikokinder bestimmte Nahrungsmittel erst später. Inzwischen haben sich die Leitlinien geändert. Sie brauchen für Ihren Nachwuchs keine Einschränkungen bei der Nahrungsmittel-Auswahl zu machen.
Das Beste für Ihr Neugeborenes mit einem Allergie-Risiko ist, dass Sie ihm ab Geburt mindestens 6 Monate lang Ihre Muttermilch geben. Das gilt genau gleich wie bei Neugeborenen ohne Allergie-Risiko. Nachdem Sie die Beikost eingeführt haben, stillen Sie es, auf sein Verlangen hin, kontinuierlich weiter.

Muttermilchersatznahrung
Stillen Sie Ihr Baby nicht oder nicht voll, geben Sie ihm als Alternative eine HA (hypoallergene)-Säuglingsnahrung.

Beikost und Ernährung des Kindes im 1. Lebensjahr
Zeigt Ihr Kind Interesse an Beikost, dann ist es der richtige Zeitpunkt für die Einführung der Beikost. Auf alle Fälle braucht Ihr Baby bis vor seinem vollendeten 4. Lebensmonat nur Muttermilch. Die Empfehlungen für eine Beikost gelten gleich wie für Kinder ohne Allergie-Risiko. Möchten Sie mehr über Beikost erfahren, lesen Sie den bereits erschienenen Artikel „Entdeckungsreise in die Welt der festen Nahrung“.

Fisch
Ihr Kind kommt in den Genuss, das wertvolle Nahrungsmittel Fisch zu kosten, das einen schützenden Effekt gegen die Entwicklung einer Atopie besitzt.

Ernährung nach dem 1. Lebensjahr
Freuen Sie sich darauf, Ihr Kind benötigt nach dem 1. Jahr auch keine Diät, um das Risiko zu vermeiden.

Für Sie als Schwangere oder Stillende
Sie machen keine besonderen Einschränkungen beim Essen und Trinken, sondern Sie ernähren sich ausgewogen. Während Ihrer Schwangerschaft und Ihrer Stillzeit ist es für Sie sinnvoll 1 bis 2 Mal wöchentlich Fisch zu verzehren, da dieses Nahrungsmittel einen möglich schützenden Effekt gegen Allergie-Entwicklungen bei Ihrem Kind hat.

Haustierhaltung
Möchten Sie sich ein Haustier anschaffen, bevorzugen Sie Ihrem Kind zuliebe ein Tier ohne Fell wie zum Beispiel Fische oder ausnahmsweise einen Hund.

Schimmel und Feuchtigkeit
Durch ein Innenraum-Klima, das dem Schimmelpilz keine Chance gibt, zu wachsen, sinkt das Allergie-Risiko Ihres Kindes. Lüften Sie die Räume regelmässig und verzichten Sie auf eine zu hohe Luftfeuchtigkeit.

Tabakrauch
Ihr Kind ist froh, statt Tabakrauch frische Luft zu atmen.

Innenraumluft-Schadstoffe
Halten Sie die Exposition gegenüber Innenraumluft-Schadstoffe möglichst gering. Bei Maler- und Renovierungsarbeiten oder durch neue Möbel werden Schadstoffe frei gesetzt.

Impfungen
Lassen Sie Ihr Kind wie alle anderen Kinder ohne Allergie-Risiko nach STIKO-Empfehlungen impfen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

Körpergewicht
So lange Ihr Nachwuchs normalgewichtig ist, haben Sie schon einen Risikofaktor für die Entwicklung einer Atopie, insbesondere von Asthma, vermieden. Falls Sie wissen möchten, ob er ein gesundes Gewicht hat, entnehmen Sie dem separaten Artikel „Jedes 5. Kind in der Schweiz ist übergewichtig - Ihres auch?“.

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