Ernährung

Unser tägliches Brot

Ernährungsempfehlungen im Wandel der Zeit

Ernährungstrends kommen und verschwinden
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Die Empfehlungen für eine ausgewogene Ernährung haben sich in den letzten 50 Jahren kaum verändert. Das Essen wird jedoch geprägt wird vom eigenen Umfeld, von Ideologien, finanziellen Interessen und Einzelmeinungen. So haben sich in der Vergangenheit zahlreiche Ernährungstrends durchgesetzt und gegenseitig abgelöst. Einige dieser Trends möchten wir Ihnen heute vorstellen. Wir wünschen Ihnen viel Spass bei der Lektüre!

 

Fette

Um 1965 war die Senkung des Cholesterinspiegels über die Nahrung in aller Munde. Im Zuge dessen wurde auf Eier und andere cholesterinreiche Lebensmittel verzichtet. Die Studien, welche für die Nützlichkeit dieser Massnahmen sprachen, wurden aus der Tierwelt entlehnt. Die Übertragbarkeit der Studien auf den Menschen wurde nicht hinterfragt.

 

Fette liefern von allen Makronährstoffen die meisten Kalorien pro Gramm. Deshalb wurden sie in den 70er-Jahren penibel eingeschränkt. Mit einer fettarmen Ernährung kann theoretisch gut Gewicht abgenommen werden, denn pro Gramm Fett lassen sich 9kcal Energie einsparen. Doch ist eine Fetteinschränkung per se gesund?

 

In der Mitte der 80er-Jahre wurde Olivenöl erstmals als hochwertiges Öl anerkannt. Bereits 1970 wurde die 7-Länder-Studie veröffentlicht, welche die Vorteile einer Ernährung mit hochwertigen Ölen aufzeigte. In der Schweizer Ernährungswelt kam dieses Wissen jedoch erst fast 15 Jahre später an.

 

Seit der Jahrtausendwende wurden die Fette vermehrt nach den enthaltenen Fettsäuren analysiert. Daher richten sich heutige Empfehlungen nach den Wirkungen einzelner Fettsäuren auf unseren Körper: Pflanzliche Öle und Fischöl sind hochwertiger als tierische Fette.

 

Kohlenhydrate

Kohlenhydratlieferanten sind typische Beilagen wie Reis, Pasta, Kartoffeln, Brot oder Getreideflocken.

 

Die Kohlenhydrate wurden lange Zeit als Schlankmacher angepriesen. Pro Gramm liefern Kohlenhydrate 4kcal Energie. Wenn das Fett eingeschränkt und durch Kohlenhydrate ersetzt wurde, konnten 5kcal pro Gramm eingespart werden. Daher wurden in den 70er-Jahren Ernährungsformen propagiert, die viele Kohlenhydrate enthielten.

 

Das eine rein kalorienbezogene Bewertung der Kohlenhydrate nicht funktionierte, bemerkte die Ernährungswelt einige Jahre später: Fettarmes und kohlenhydratreiches Essen konnte die Bevölkerung dick und krank machen. Wie der Körper in seiner Gesamtheit auf die zugeführte Nahrung reagierte, wurde erst langsam untersucht. Hormonelle Wirkungen auf den Stoffwechsel und auf das Körpergewicht wurden mehr und mehr entdeckt. Ab 1980 fand erstmals die kohlenhydratarme Ernährung Anklang.

 

Heute richten sich die Empfehlungen der Kohlenhydrate nach deren Wirkung im menschlichen Körper. Kohlenhydrate liefern schnelle Energie, Nahrungsfasern und Mineralstoffe.

 

Eiweisse

Zu den eiweissreichen Lebensmitteln gehören Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte und gewisse Milchprodukte wie Quark oder Käse. Sie liefern pro Gramm 4kcal Energie.

 

In den 80er-Jahren boomte erstmals eine Ernährungsform, die als ketogen bezeichnet wurde. Die ketogene Ernährung war eiweissreich und kohlenhydratarm. In den Spitälern wurde entdeckt, dass Eiweiss wichtige Funktionen in der Wundheilung einnimmt. Eiweissreiche Lebensmittel waren zudem erstmals für eine breitere Bevölkerung erschwinglich.

 

Die eiweissreiche Ernährung rückte um die Jahrtausendwende in den Hintergrund. Heute erlebt sie ein Revival: Mit Eiweiss angereicherte Lebensmittel können Sie überall erwerben. Die meisten Menschen benötigen solche Speziallebensmittel jedoch nicht.

 

Die heutigen Eiweissempfehlungen richten sich nach dem Verbrauch in Ihrem Körper. Eiweiss wird in der Muskulatur, im Immunsystem und für den Aufbau zahlreicher Strukturen benötigt. So bestehen auch Ihre Nägel oder Haare zu einem grossen Teil aus Eiweiss.

 

Für weitere Informationen: Gesunde Erwachsene, die ihr Gewicht halten möchten, können sich an den Ernährungsempfehlungen der SGE (Schweizerische Gesellschaft für Ernährung) orientieren. Diese finden Sie hier.

 

Nun wissen Sie Bescheid, was Ernährungstrends der letzten Jahrzehnte anbelangt. Die Essenz daraus bleibt: Gerne alles mit Genuss und Mass!

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