Ernährung

Das Jod

Was ist Jod und weshalb brauchen wir es?

Jod - nur in wenigen Lebensmitteln enthalten
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Autor:
Natalie Zumbrunn

Jod ist ein Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Erst wenn Jod in den Schilddrüsenhormonen eingebaut ist, können diese wirken. Die Schilddrüsenhormone regen den gesamten Stoffwechsel an. Bei einem Mangel versucht die Schilddrüse die fehlende Funktion auszugleichen, wodurch sie sich vergrössert. Bei einem massiven Jodmangel bildet sich ein Kropf (Struma). Diese Mangelerscheinungen werden begleitet durch eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse. Eine Überfunktion regt den Stoffwechsel zu stark an. Eine Person mit Schilddrüsenüberfunktion wird unruhig, der Energiebedarf steigt und es kann zu einem Gewichtsverlust kommen. Bei einer Unterfunktion geschieht das Gegenteil: Der Stoffwechsel verlangsamt sich, der Energiebedarf sinkt, der Körper ist nicht leistungsfähig, Müdigkeit kommt auf und die Person kann an Gewicht zunehmen.

 

Jodmangel
Besonders wichtig ist, ein Jodmangel beim Fetus, bei Neugeborenen und Kindern zu vermeiden. Dabei ist die Jodversorgung der Mutter massgebend für die Versorgung des Fetus. Haben Sie als Mutter genügend Jod, erhält auch Ihr Säugling über die Muttermilch die notwendige Jodmenge. Auch Säuglingsanfangsnahrung enthält genügend Jod - dank Anreicherung. Neugeborene mit einem Jodmangel werden trinkfaul und sind oft verstopft. Später in der Kindheit ist das Wachstum verlangsamt, es kann zu Störungen des Nervensystems kommen, wodurch auch die Intelligenz geringer ist.

 

Empfohlene Jod-Menge
Die Zufuhrempfehlung von Jod liegt

  • für Kinder ab 13 Jahren und Erwachsene bei 150 µg pro Tag
  • für Schwangere und Stillende werden 200 µg empfohlen
  • Säuglinge bis 1 Jahr sollen 50 µg erhalten
  • Für Kinder bis 7 Jahre reichen 50 µg
  • von 7-13 Jahren sind es 120 µg Jod pro Tag.

 

Jod Monitoring
Das Bundesamt für Gesundheit kontrolliert mit dem regelmässigen Jod Monitoring die Jodversorgung der Schweizer Bevölkerung. Einerseits wird im Rahmen des Schweizerischen Ernährungsberichts alle 7 Jahre die Jodzufuhr über die Nahrung erhoben. Die Daten dazu werden einerseits aus Agrar-, Verbrauchs- oder Einkommensstatistiken erhoben. Zusätzlich werden Einzelpersonen über Ihre Essverhalten befragt. Aus diesen Daten wird die durchschnittliche Jodzufuhr berechnet. Andererseits wird die tatsächliche Zufuhr anhand der täglich ausgeschiedenen Jod Menge regelmässig überprüft. Dieser Wert liegt aktuell im Toleranzbereich, befindet sich aber an der unter Grenze. Seit 2004 wird eine Abnahme der Jodausscheidung festgestellt.

 

Woher kommt Jod?
Jod gehört zu den Spurenelementen. Die Hauptlieferanten von Jod sind Produkte, die aus dem Meerwasser entstammen: Meeresfische, -tiere und Algen. Meerfische (Lachs, Dosch/Kabeljau) enthalten bis zu 140 µg Jod pro 100 g, Süsswasserfische (Egli, Hering, Karpfen) können dagegen lediglich 2 µg/100 g bieten. Viele Lebensmittel enthalten nur Spuren von Jod. Dies kommt daher, dass die Böden vieler Regionen der Welt an Jod verarmt sind. Weil der Jod-Bedarf der Schweiz nur schlecht abgedeckt werden kann, wird im Rahmen des nationalen Jodsalzprogramms Speisesalz mit Jod angereichert.

 

Welche Lebensmittel sind mit Jod angereichert?
Jodiertes Salz ist der Hauptlieferant von Jod. Jodiertes Salz ist mit einem roten Streifen auf der Verpackung gekennzeichnet. Ein grüner Streifen weist auf jodiertes und fluorierstes Speisesalz hin. Jodiertes Salz enthält 20 µg Jod pro Gramm Salz. Mit Salzen bei von Speisen (2.8-4.3 g Salz pro Tag) werden laut einer Genfer Studie durchschnittlich 56-86 µg Jod zugeführt. Mit dem zusätzlich zugeführten jodiertem Speisesalz aus verarbeiteten Lebensmitteln errechnet sich eine tägliche Jodzufuhr von 128-158 µg. Jodiertes Speisesalz ist in der Schweiz die wichtigste Jodquelle. Einen Beitrag zur Jodversorgung leisten auch Milchprodukte, allerdings in weit geringerem Masse. (6. Schweizerischer Ernährungsbericht). Meersalz enthält keinen Jodzusatz. Bouillon, Aromat und Streuwürze sind teilweise jodiert. Das hängt davon ab, ob jodiertes Salz zu deren Herstellung verwendet wurde. Je nach Hersteller und Produkt ist das unterschiedlich. Produkte wie Mirador, Bon Chef werden ausschliesslich mit jodiertem Speisesalz produziert. Knorr- und Maggiprodukte sind aus jodfreiem Speisesalz hergestellt. Konsultieren Sie deshalb die Zutatenliste. Darauf ist deklariert, ob jodiertes Speisesalz (Kochsalz, jodiert) oder eines ohne Zusatz (Kochsalz) verwendet wurde.

 

Salzreduktion und Jodversorgung
Das Bundesamt für Gesundheit verfolgt das Ziel, den Salzkonsum der Schweizer Bevölkerung langfristig auf 5 g Salz pro Tag zu senken. Aktuell liegt die durchschnittliche Salzzufuhr der Schweizer Bevölkerung mit 8-10 g pro Tag nach wie vor fast doppelt so hoch (6. Schweizer Ernährungsbericht Kapitel 1.5.2). Somit ist aktuell eine genügende Jodversorgung gewährleistet. Im Falle der Zielerreichung eines Salzkonsums von 8 beziehungsweise 5 g, stellt sich die Frage, ob bei dieser Salzreduktion auch die Jodzufuhr noch gewähreistet ist. In der Tat kann diese Frage noch nicht konkret beantwortet werden. Es wird diskutiert, die Jodanreicherung des Kochsalzes zu erhöhen, sobald der untere Grenzwert der Jodzufuhr respektive die Jodausscheidung unterschritten wird. Das Ausmass der Joderhöhung ist noch nicht bekannt. Achten Sie, besonders in der Schwangerschaft und Stillzeit auf eine genügende Jodzufuhr durch jodierte Produkte. Ihre Kinder sind im Wachstum stark darauf angewiesen.

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